Japan ist untrennbar mit dem Mt. Fuji verbunden. Dieser Berg ist nicht nur ein Wahrzeichen Japans, sondern auch ein Ort der Bewunderung und Liebe für Einheimische und Touristen gleichermaßen. Kein Wunder also, dass viele im Sommer den Mt. Fuji besteigen wollen.
Den Wunsch, den Gipfel dieses beeindruckenden Berges zu erreichen, hegen viele. Wissen jedoch nicht, wie sie es anstellen sollen. In diesem Blogartikel werde ich alles teilen, was du über den Aufstieg zum Mt. Fuji im Sommer wissen musst. Zusätzlich gibt es wichtige Informationen und nützliche Tipps für deine Vorbereitung.
Mt. Fuji besteigen: kurz und knackig
🗓️ Seit 2025 kostet die Besteigung 4000 Yen (für alle Wege) und nur mit Voranmeldung.
🕰️ Die Wege sind von14:00 biss 03:00 Uhr geschlossen. Plane deine Besteigung sorgfältig! Die einzige Ausnahme ist, dass du eine Hüttenreservierung hast.
🗻 Der Mt. Fuji, auch als Fuji-san (jap. 富士山) bekannt, erhebt sich stolze 3.776 Meter über dem Meeresspiegel und ist somit der höchste Berg Japans.
🌋 Fuji-san ist ein aktiver Schichtvulkan und wird von Wissenschaftlern als „ruhend“ eingestuft, obwohl der letzte Ausbruch im Jahr 1707 stattfand.
🧗♀️ Jedes Jahr besteigen rund 200.000 bis 220.000 Menschen den Berg im Sommer. Nach der Einführung des Quotensystems sank die Zahl von 221.322 (2023) auf 204.316 (2024). Besonders der Sonnenaufgang auf dem Gipfel ist ein immer beliebteres Ziel für Wanderer.
📭 Auf dem Gipfel gibt es eine Poststation, an der du Postkarten mit einem Stempel des Mt. Fuji verschicken kannst – ein wunderbares Souvenir für Freunde und Familie.
🫗 Entlang des Aufstiegs kommst du an Stationen vorbei, an denen du Getränke und Essen (auch Cup-Ramen) kaufen kannst.
⏸️ Aufgrund der Höhenkrankheit ist es entscheidend, viele Pausen einzulegen und sich an die dünnere Luft zu gewöhnen. Halte an jeder Station an, um dich auszuruhen.
Das Wichtigste vorab: die neuen Regeln für 2026
Bevor wir in die genauen Details für die Wanderung gehen, solltest du dir diese zentralen Punkte vorab durchlesen:
💴 Eintrittsgebühr: 4.000 Yen für alle vier Wege, Pflicht.
💻 Vorausanmeldung: Pflicht, online auf der offiziellen Webseite. Ohne Anmeldung kein Aufstieg.
❌ Sperrzeiten: Die Wege sind von 14:00 bis 03:00 Uhr geschlossen. Ausnahme: du hast eine gültige Hüttenreservierung.
🧗♀️ Tageslimit: Auf dem Yoshida-Trail dürfen maximal 4.000 Wanderer pro Tag starten.
🚫 Stornierung: Reservierungen können nicht storniert werden. Buche also nur, wenn deine Pläne feststehen.
🚗 Privatwagen (Fujinomiya): Ab dem 7. Juli sind Privatwagen auf dem Wanderabschnitt der Fuji-Skyline verboten. Anreise nur per Shuttle-Bus.
Diese Regelungen sollen das sogenannte Bullet Climbing eindämmen: den Versuch, den Fuji ohne Pause in einer Nacht zu durchlaufen. Das ist gefährlich, belastet die Rettungskräfte und war die Hauptursache für Unfälle am Berg. Als ich noch 2023 den Mt. Fuji bestieg, war das noch nicht reguliert und viele haben das Bullet Climbing gemacht (meine Gruppe auch).
Vorbereitung und Planung
Ist die Besteigung etwas für mich?
Diese Frage solltest du dir unbedingt als Erstes stellen und gut darüber nachdenken. Denn der Mt. Fuji ist kein technischer Klettergipfel. Dennoch wird ab gewissen Strecken viel geklettert, und es gibt Rutschgefahr. Er ist mit 3.776 Metern ein ernstzunehmender Höhenberg, und der Aufstieg dauert je nach Route zwischen 4,5 und 8 Stunden. Der Abstieg kommt obendrauf.
Für Mt. Fuji solltest du:
- körperlich fit sein und regelmäßig Sport machen.
- Erfahrungen im Wandern haben (auch längere Strecken).
- nicht mit schwerwiegenden Herzproblemen oder Lungenerkrankungen wandern.
- keine Knieprobleme haben. Der Abstieg über das Geröll ist sehr knieintensiv.
Mt. Fuji solltest du meiden, wenn du:
- noch nie über 2.000 Meter gewandert bist und dich nicht vorbereitet hast
- du sehr große Höhenangst hast
- du mit Kindern unter 12 Jahren wandern willst.
- schwanger oder gesundheitlich eingeschränkt bist.
Eine ehrliche und gesunde Selbsteinschätzung ist hier wichtiger als reine Abenteuerlust oder der Drang, Social Media alles nachzumachen. Denn mal ganz ehrlich: Der Berg läuft dir nicht weg. Es ist besser, gut vorbereitet und gesund den Berg zu besteigen als erschöpft und krank.
Körperliche Vorbereitung & Gesundheit
Das ist der Teil, den viele unterschätzen, und ja, ich gehörte auch dazu. Der Fuji fordert dich körperlich, und wer unvorbereitet ankommt, wird das rasant merken. Ich war zwar fit, aber eben nicht bergsteigerfit, und spätestens am Rückweg habe ich gemerkt, wie mein Körper keine Kraft mehr hat. Nur die vielen Pausen haben mich davor bewahrt, umzukippen oder die Höhenkrankheit zu bekommen.
Deswegen: Beginne mindestens 3 bis 6 Monate vorher mit dem Training.
Treppensteigen
Die effektivste und zugänglichste Vorbereitung. Nutze konsequent keine Aufzüge mehr. Wenn möglich, steige mehrmals täglich Treppen. Erhöhe das Pensum jede Woche.
Wanderungen mit Höhenunterschied
Gehe regelmäßig wandern, mit so viel Höhenunterschied wie möglich. Wer in Japan ist oder hinreist, dem empfehle ich eine Trainingstour auf den Mt. Takao (599 m, nahe Tokio) oder eine Wanderung in den japanischen Alpen.
Konditionstraining
Schwimmen, Radfahren oder Laufen helfen dabei, die Ausdauer aufzubauen, die du für einen mehrstündigen Aufstieg brauchst.
Höhenkrankheit
Höhenkrankheit ist nicht trainierbar. Auch topfitte Menschen können sie bekommen. Das Einzige, was hilft, ist ein langsames Tempo und regelmäßige Pausen zur Akklimatisierung.
Symptome der Höhenkrankheit: Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Erschöpfung. Wenn du sie spürst: langsamer werden, Pause einlegen, trinken. Wenn es nicht besser wird: absteigen.
Die beste Zeit für den Aufstieg
Die offizielle Klettersaison ist von Anfang Juli bis Anfang September. Außerhalb der offiziellen Saison sind die Hütten geschlossen und Rettungsdienste sind nur gering im Einsatz. Auch sind die Wetterbedingungen sehr extrem. Es ist schlichtweg zu gefährlich, den Mt. Fuji außerhalb des Sommers zu besteigen.
Aber auch innerhalb der Hauptsaison gibt es Unterschiede:
| Zeitraum | Empfehlung |
|---|---|
| Anfang Juli | Ruhiger, weniger Touristen, aber noch kühler |
| Ende Juli/August | Hauptsaison, voll, aber alle Einrichtungen offen |
| Obon-Feiertage (Mitte August) | Sehr stark besucht, Tageslimit oft früh erreicht |
| Erste Septemberhälfte | Ruhigeres, kühleres Wetter, Saison bald vorbei |
Der Sommer bietet die optimalen Wetterbedingungen für den Aufstieg. Der Gipfel ist schneefrei und die Temperaturen sind erträglich. Zudem sind in dieser Zeit alle Hütten geöffnet und verkaufen Getränke, Snacks und Cup-Ramen.
⚠️ Wichtig: Anders als in den Vorjahren soll der Subashiri-Wanderweg dieses Jahr bereits am 1. Juli (statt am 10. Juli) eröffnet werden, ebenso wie der Yoshida-Wanderweg, mit dem er zusammenläuft. Die Wanderwege Fujinomiya und Gotemba bleiben jedoch bis zum 10. Juli geschlossen.
💡 Tipps
- Immer die Wettervorhersage prüfen. Das Wetter am Fuji kann sich rasant ändern: Klarer Himmel kann innerhalb von Stunden zu Sturm, Regen und Temperaturen weit unter null Grad werden. Die beste Wetter-App für den Fuji ist Mountain Forecast oder die offizielle Fuji-Webseite.
- Die Fujinomiya-Route schließt bereits Anfang September. Plane deine Tour nicht zu knapp am Saisonende. Die frühere Angabe „bis Mitte September“ gilt nicht mehr für alle Routen.
- Besonders stark frequentierte Zeiten meiden. Meide nach Möglichkeit Wochenenden und die Zeit um Obon (Mitte August). Zu diesen Zeiten ist das Tageslimit auf dem Yoshida-Trail von 4.000 Wanderern oft schon am frühen Morgen erreicht — wer dann noch anreist, wird abgewiesen, auch wenn er extra dafür gereist ist. Die ruhigsten Zeiten sind Werktage außerhalb der Obon-Ferien, idealerweise Anfang Juli oder in der ersten Septemberhälfte.
Die vier Routen im Überblick
Es gibt insgesamt vier Wege, die zum Gipfel des Mt. Fuji führen. Alle vier starten von unterschiedlichen Punkten, haben jedoch alle eine 5. Station als offiziellen Ausgangspunkt. Der Yoshida-Trail ist der populärste und beginnt in der Präfektur Yamanashi, während die anderen Wege in der Präfektur Shizuoka beginnen.
1. Yoshida-Trail (Präfektur Yamanashi)
Aufstieg: 6,5–7 Std. · Abstieg: ~4 Std. · Schwierigkeit: mittel
Der bekannteste und am häufigsten begangene Weg. Er bietet abwechslungsreiche Landschaften von Wäldern bis zu Vulkanlandschaften und ist gut ausgebaut mit Schutzhütten und Erste-Hilfe-Stationen. Von Tokio aus direkter Busanschluss. Tageslimit: 4.000 Wanderer/Tag, an Wochenenden und zu Obon früh ausgebucht.
2. Fujinomiya-Trail (Präfektur Shizuoka)
Aufstieg: 4,5–5,5 Std. · Abstieg: ~3 Std. · Schwierigkeit: hoch
Der kürzeste, aber steilste Weg. Er bietet atemberaubende Aussichten und führt durch Wälder, Vulkanlandschaften und Schluchten. Ab 7. Juli: Privatwagen verboten auf dem Wanderabschnitt der Fuji-Skyline. Anreise nur per Shuttle-Bus.
3. Subashiri-Trail (Präfektur Shizuoka)
Aufstieg: 6–6,5 Std. · Abstieg: ~3 Std. · Schwierigkeit: mittel
Ruhiger als der Yoshida-Trail, führt durch anmutige Wälder und sanftere Hänge, bevor es in steileres Gelände übergeht. Auch hier gibt es Schutzhütten für Pausen. Exzellente Alternative für alle, die dem Gedränge auf dem Yoshida-Trail ausweichen möchten.
4. Gotemba-Trail (Präfektur Shizuoka)
Aufstieg: 7–8 Std. · Abstieg: ~3 Std. · Schwierigkeit: sehr hoch
Der längste und anspruchsvollste Weg mit steilen Anstiegen. Die Aussicht auf die Landschaft macht ihn besonders attraktiv, aber er bietet weniger Schutz vor Wetterbedingungen. Empfehlenswert nur für erfahrene Wanderer.
Anmeldung und Buchung: Schritt für Schritt
🗓️ Zeitpunkt wählen
Entscheide dich für ein Datum und prüfe regelmäßig die Wettervorhersage. Da durch die vielen neuen Regelungen der Aufstieg nicht mehr so flexibel ist wie vorher, solltest du dir genau überlegen, wann. Bei schlechtem Wetter können Wege sogar kurzfristig gesperrt werden.
🗓️ Route wählen
Als Nächstes solltest du dir überlegen, welche Route du nehmen willst. Die Standardroute ist der Yoshida-Trail, der auch für weniger erfahrene Wanderer geeignet ist. Allerdings ist der Yoshida-Trail der meistgenutzte, das heißt, die Reservierungen sind oft schnell weg.
💻 Online anmelden
Melde dich rechtzeitig auf der offiziellen Webseite von Mt. Fuji an. Beachte hierbei ein paar Dinge:
- Yoshida-Trail: Reservierungen starten ab dem 24. April
- Andere Wege: Ab dem 9. Mai
- Buchbar bis einen Tag vorher
- Maximal 100 Personen können gleichzeitig auf der Webseite buchen.
- Zahlung per Kreditkarte (4.000 Yen)
- Nach Buchung: QR-Code per E-Mail, der im Bus gescannt wird
Bei der Buchung solltest du dir genau überlegen, ob du den Mt. Fuji besteigen willst. Denn eine spätere Stornierung der Reservierung ist dann nicht mehr möglich.
🏠 Hüttenreservierung
Durch die Sperrzeiten (14:00 bis 03:00 Uhr) ist eine Übernachtung in den Hütten inzwischen fast eine Notwendigkeit. Vor allem, wenn du den Sonnenaufgang vom Gipfel aus sehen möchtest. Die Hütten auf den Stationen 7 und 8 sind dabei besonders beliebt (da sie natürlich näher am Gipfel sind). und kosten ca. 6.000 bis 8.000 Yen pro Person. Bezahlung nur in bar vor Ort.
Viele Hütten nehmen nur telefonische Reservierungen an. Einige Hütten ermöglichen Online-Buchungen. Reserviere so früh wie möglich, denn zur Hauptsaison sind sie schnell ausgebucht.
Kosten Mt. Fuji: Was du einplanen solltest
Kaum zu glauben, aber um Mt. Fuji besteigen zu können, musst du viel Bargeld mitnehmen. Viele Beiträge online lassen die genauen Kosten oft außen vor. Hier eine aktuelle Übersicht:
| Kostenposition | Betrag (2025) | Hinweis |
|---|---|---|
| Shuttle-Bus zur 5. Station | 2.500–2.800 Yen | Hin und zurück |
| Anmeldegebühr | 4.000 Yen | Alle Wege, Pflicht |
| Öffentliche Toiletten | 200–300 Yen | Pro Benutzung nur Bargeld |
| Getränke unterwegs | 400–600 Yen | Auf jeder Station zu kaufen, Preis variiert je nach Station |
| Essen (z. B. Cup-Nudeln) | 500–800 Yen | Auf jeder Station zu kaufen, Preis variiert je nach Station |
| Gesamtkosten (ca., ohne Hütte) | ~8.000–10.000 Yen | Tagesausflug |
| Übernachtung in einer Hütte | 6.000–8.000 Yen | |
| Gesamtkosten (ca., mit Hütte) | ~14.000–17.000 Yen | Mit Übernachtung |
⚠️ Wichtiger Hinweis: In Japan wird immer noch viel mit Bargeld statt mit Karte gezahlt. Du wirst auf dem Weg nach oben keine Kartenzahlungsmöglichkeiten finden. Achte darauf, ausreichend Bargeld mitzunehmen, insbesondere 100-Yen-Münzen für die Toiletten.
Ausrüstung für die Wanderung
Die richtige Ausrüstung macht den entscheidenden Unterschied, ob deine Besteigung angenehm oder anstrengend wird. Selbstverständlich brauchst du keine teure Profi-Ausrüstung. Aber bitte wandere nicht nur in Flipflops, T-Shirt und Shorts den Mt. Fuji herauf. Die richtige Ausrüstung und Kleidung sind der halbe Weg nach oben.
Am Ausgangspunkt des Yoshida-Trails wird sogar überprüft, ob du diese drei Ausrüstungsgegenstände mit dir trägst: Trekkingschuhe, Kleidung für kaltes Wetter und regenfeste Kleidung
🧅 Das Zwiebelschalenprinzip: Am Fuji kann es selbst im Hochsommer an der 5. Station noch ca. 5 bis 10 Grad warm sein, während es am Gipfel gut unter null Grad kalt werden kann. Daher ist das Zwiebelschalenprinzip entscheidend: mehrere Schichten, die du je nach Temperatur an- und ausziehen kannst.
🥾 Schuhe: Wanderschuhe oder Trekkingschuhe, die über den Knöchel reichen, sind Pflicht. Das lockere Vulkangestein am Fuji kann Schuhe ohne Knöchelschutz schnell zur Rutschpartie machen. Gamaschen helfen außerdem, das Eindringen von kleinen Steinen zu verhindern.
Wichtig: Neue Schuhe vorher einlaufen. Blasen auf dem Fuji sind keine erfreuliche Erfahrung.
💧 Ausreichend Wasser: Auch wenn du an Stationen immer Wasser nachkaufen kannst, solltest du dennoch ausreichend Wasser mitbringen und regelmäßig anhalten zum Trinken.
| Kleidung | ||
| Wanderschuhe / Trekkingschuhe | Achte darauf, dass die Schuhe über den Knöchel reichen. Für mehr Sicherheit. | |
| 2 Paar Wandersocken | Ein Paar zum Wechseln. | |
| Gamaschen | Damit keine Steinchen in deine Schuhe gelangen. | |
| Thermo-Leggings | Für den Mt. Fuji ist es notwendig, warme und windschutzfeste Hosen zu tragen. | |
| Sport-Tanktop | ||
| Funktionslangarmshirt | ||
| Fleecejacke | ||
| Winddichte Regenjacke | ||
| Handschuhe | ||
| Mütze, Stirnband oder Schlauchschal | ||
| Sport-BH | ||
| 2 Unterhosen | Eine zum Wechseln. | |
| Ausrüstung | ||
| Tagesrucksack mit Regenschutz | ||
| Stirnlampe mit Ersatzbatterien | ||
| Wanderstöcke | Optional, aber beim Abstieg sehr hilfreich. | |
| Smartphone | ||
| Powerbank | Selbstverständlich aufgeladen. | |
| 1–2 Tüten als Müllbeutel | Entstandener Müll muss wieder mitgenommen werden. | |
| Kleines Handtuch | ||
| Verpflegung | ||
| 1-L-Wasserflasche | Wasser kann an den Stationen nachgefüllt werden. | |
| Energieriegel oder Proteinriegel | ||
| Onigiri | ||
| Traubenzucker | ||
| Gesundheit und Sicherheit | ||
| Sonnencreme | Mind. LSF 50. | |
| Sonnenbrille | ||
| Wärmepflaster | Für deine Hände und Füße. Wärmen aber einen auch am Abend oder nachts. | |
| Schmerzmittel und Pflaster | ||
| Taschentücher / feuchte Tücher | ||
| Dokumente und Bezahlung | ||
| Anmeldung abgeschlossen und QR-Code gespeichert | Notwendig, um den Mt. Fuji besteigen zu dürfen. | |
| Geldbeutel | ||
| Bargeld | Mindestens 5.000 Yen. Achte auch darauf, nicht nur Scheine mitzunehmen, sondern auch Münzen. | |
| Reisepass | Auch auf dem Mt. Fuji gilt Ausweispflicht für Touristen. | |
Anreise zur 5. Station für alle 4 Trials
Yoshida-Trail (Yamanashi-Präfektur)
Vom Shinjuku-Busbahnhof aus (Tokio) gibt es direkte Busse zur Fuji-Subaru-Line 5th Station. Fahrzeit ca. 2,5 Stunden. Anbieter: Keio Bus. Kosten: ca. 3.800 Yen pro Strecke.
Alternativ (aber nicht zu empfehlen) kannst du auch mit dem Zug nach Kawaguchiko fahren. Steige entweder am Bahnhof Tokio oder Shinjuku in den Limited-Express-Zug (Chuo Line) ein und fahre bis nach Otsuki Station. Dort steigst du dann in die Fujikyūko-Line ein und fährst bis zur Kawaguchiko-Station. Von dort aus steigst du dann in den Bus zur 5. Station.
Fujinomiya-Trail (Shizuoka-Präfektur)
Fahre zuerst vom Bahnhof Tokio mit dem Tōkaidō-Shinkansen (Richtung Nagoya) zur Shin-Fuji-Station. Während der Sommersaison fahren nämlich Busse von Shin-Fuji (Shinkansen-Halt) und der Fujinomiya 5th Station. Die Fahrt dauert ca. 3 Stunden und kostet 5.700 Yen (Shinkansen) und 2.740 Yen (Bus). Es gibt auch für den Bus ein Hin- und Rückfahrtticket für 4.000 Yen.
Ab dem 7. Juli: Shuttle-Bus-Pflicht, Privatwagen verboten auf dem Wanderabschnitt der Fuji-Skyline.
Gotemba-Trail (Shizuoka-Präfektur)
Fahre vom Bahnhof Tokio mit der JR Tokaido-Linie zur Kozu-Station. Die Fahrt dauert 75 Minuten und es gibt regelmäßige Verbindungen. Steige von dort aus dann in die JR Gotemba-Linie und fahre bis zur Gotemba-Station (nochmal 50 Minuten). Während der Sommersaison fahren nämlich Busse bis zur 5th Station.
Subashiri-Trail (Shizuoka-Präfektur)
Während der Sommersaison fahren Direktbusse zwischen dem Busbahnhof Shinjuku und der Fuji Subaru Line 5th Station. Die einfache Fahrt dauert ca. 2,5 Stunden und kostet 3.500 Yen.
Der Aufstieg: Was dich erwartet
🏠 Die 10 Stationen
Der Fuji ist in zehn Stationen eingeteilt. Alle öffentlichen Routen starten an der 5. Station (ca. 2.300 m). Die Stationen 1 bis 4 sind heute kaum mehr zugänglich. An den Stationen 6 bis 9 findest du Hütten, Toiletten und Verpflegung.
| Station | Höhe (ca.) | Was du dort findest |
|---|---|---|
| 5. Station | 2.300 m | Ausgangspunkt, Bus, Restaurants, Shops |
| 6. Station | 2.390 m | Erste Rastmöglichkeit |
| 7. Station | 2.700 m | Hütten, Toiletten, Essen |
| 8. Station | 3.100 m | Hütten, Toiletten, Erste Hilfe |
| 9. Station | 3.580 m | Letzte Rast vor dem Gipfel |
| Gipfel | 3.776 m | Poststation, Tempel, Krater |
⏲️ Tempo und Pausen
Der häufigste Fehler: zu schnell loslaufen. Besonders in der ersten Hälfte fühlt sich der Aufstieg noch einfach an. Wer dann Vollgas gibt, bezahlt es auf Station 8. Geh langsamer, als du denkst. Halte an jeder Station an, trink etwas und lass deinen Körper atmen.
Eine gute Faustregel: Du solltest während des Aufstiegs noch normal sprechen können. Wenn du keuchst, ist das Tempo zu hoch.
🌃 Bei Nacht aufsteigen
Nur noch mit einer Hüttenübernachtung möglich, ist der typische Ablauf so: Nachmittags aufsteigen, auf Station 7 oder 8 übernachten, gegen 1 bis 2 Uhr morgens weiter zum Gipfel, Sonnenaufgang auf dem Gipfel erleben.
Stirnlampe ist dann unverzichtbar. Das Licht der anderen Wanderer vor dir auf dem Weg nach oben ist übrigens ein unvergesslicher Anblick.
🧗 Auf und Abstieg an einem Tag
Der Auf- und Abstieg an einem Tag ist zwar möglich, ist aber meiner Meinung nach nicht zu empfehlen. Einige Gründe habe ich schon oben genannt (Sperrung der Zeit, Höhenkrankheit etc.). Weitere Gründe sind zum Beispiel, dass der Berg kaum Schutz für Bergsteiger bietet. Das heißt, du bist der knallenden Sonne komplett ausgesetzt. Und ist die Sonne mal weg, ist der Berg häufig in Wolken gehüllt und erschwert die Sicht.
Der Aufstieg ist dann deutlich schwerer und stressiger, da du ohne Übernachtung in einer bestimmten Zeitspanne den Berg bewältigen musst.
🗻 Auf dem Gipfel
Oben angekommen erwarten dich:
- Poststation: Postkarten mit dem einzigartigen Fuji-Gipfelstempel verschicken. Ein tolles Souvenir.
- Tempel: Der Sengen-Großschrein auf dem Gipfel.
- Kratertour (Ohachi-meguri): Eine Runde um den Krater dauert ca. 1,5 bis 2 Stunden und ist für viele das Highlight des Gipfelaufenthalts.
- Souvenir-Hütten: Mit heißem Tee, Ramen und dem berühmten Kongo-Zue-Stempel.
🥾 Der Abstieg
Der Abstieg wird oft mehr unterschätzt als der Aufstieg. Er ist vor allem kniebelastend, da der Weg auf dem Yoshida-Trail über loses Vulkangestein führt, das rutschig ist. Wanderstöcke helfen hier enorm.
Gehe bewusst langsam und setze die Schritte sicher. Erschöpfungsunfälle passieren überdurchschnittlich häufig beim Abstieg.
Meine persönlichen Tipps für einen gelungenen Aufstieg
Nach meiner eigenen Besteigung im Jahr 2023 und allem, was ich seitdem über den Fuji gelernt habe, sind das die Dinge, die ich dir wirklich mitgeben möchte:
🗓️ Reserviere früh. Besonders die Hütten sind schnell voll. Beim Yoshida-Trail gilt das auch für das Tageslimit der Wanderplätze.
🥾 Teste deine Ausrüstung vorher. Neue Schuhe, neue Gamaschen, neuer Rucksack. Nichts ist ärgerlicher als eine Blase auf halber Strecke oder Schulterriemen, die drücken.
🍙 Kauf die Snacks vorher. An der 5. Station und auf dem Weg nach oben sind die Preise hoch. Wasser, Riegel und Onigiri kaufst du günstiger im Konbini vorher.
🚮 Müll mitnehmen. Am Fuji gilt: Was du hochträgst, trägst du auch wieder runter. Mülleimer an den Stationen sind rar.
🛑 Lass dich nicht von anderen mitreißen. Es wird immer Leute geben, die schneller gehen als du. Das ist kein Wettbewerb. Dein Tempo, deine Besteigung.
🏠 Hüttennacht ist die bessere Erfahrung. Nicht nur wegen der Regeln. Die Stunden vor dem Sonnenaufgang auf dem Berg, wenn die Lichter anderer Wanderer wie eine Lichterkette den Weg nach oben zeichnen, sind magisch. Das kannst du nur mit einer Übernachtung erleben.
🗻Nimm dir Zeit auf dem Gipfel. Nach dem Aufstieg haben viele das Bedürfnis, schnell wieder runter. Aber der Gipfel ist der Moment, für den du das alles auf dich genommen hast. Geh zur Poststation, schick eine Karte, sitz einfach mal hin und schau in die Wolken unter dir.
🧳 Was mache ich mit meinem Koffer? Du reist wahrscheinlich mit mehr Gepäck an, als du auf den Berg mitnehmen kannst oder willst. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:
Option 1: Am einfachsten ist es, deinen Koffer im Hotel oder der Unterkunft zu lassen und dann mit einem kleinen Tagesrucksack zum Fuji zu fahren.
Option 2: Oder du sendest deinen Koffer per Takkyūbin (Gepäckversand) an dein nächstes Hotel. Das kostet je nach Größe ca. 1.500 bis 2.500 Yen und der Koffer wartet am nächsten Tag auf dich. Spreche das aber lieber vorher noch mit deinem Hotel ab.
Option 3: Du findest einen Gepäckaufbewahrungsservice oder Coin-Locker, wo du dein Gepäck verwahren kannst. Ich würde dir aber einen Gepäckaufbewahrungsservice empfehlen, da bei den Coin-Lockern oftmals nach einem Tag der Inhalt geleert wird.
FAQ
Muss ich Japanisch können? Nein. Die offizielle Webseite ist auf Englisch verfügbar, die Beschilderung am Berg ebenfalls. In den Hütten und an den Stationen gibt es fast immer jemanden, der Englisch versteht.
Kann ich den Fuji alleine besteigen? Ja, viele Wanderer gehen alleine. Informiere aber jemanden über deine Pläne und dein voraussichtliches Rückkehrdatum. Lade die Offline-Karte des Weges herunter.
Was ist, wenn das Wetter schlecht wird? Bei Gewitter oder starkem Wind können die Wege kurzfristig gesperrt werden. Verfolge die Wettervorhersage und plane einen Puffer ein. Es ist keine Schande, umzukehren.
Kann ich den Fuji außerhalb der Saison besteigen? Technisch ja, aber es ist sehr gefährlich. Hütten sind geschlossen, Rettungsdienste nicht garantiert, Schnee und Eis machen den Weg unberechenbar. Für erfahrene Bergsteiger mit entsprechender Ausrüstung möglich, aber für normale Wanderer nicht empfohlen.
Brauche ich eine Reiseversicherung? Eine gute Reise- und Unfallversicherung wird generell empfohlen. Rettungseinsätze am Fuji können teuer werden.
Erfahrungsbericht: Den Gipfel in einer einzigen Nacht erreichen (2023)
⚠️ Hinweis: Dieser Erfahrungsbericht stammt aus dem Jahr 2023, als das nächtliche Durchwandern ohne Hüttenübernachtung noch möglich war. Seit 2025 ist das auf allen Wegen durch die Sperrzeiten (14:00–03:00 Uhr) nicht mehr erlaubt, außer mit gültiger Hüttenreservierung.
Meine Freunde und ich erreichten gegen 18:30 Uhr die fünfte Station des Yoshida-Weges (Fuji-Subaru-Line-5th-Station). Wir machten eine Pause, um uns an die Höhe zu gewöhnen, und genossen den Sonnenuntergang und die Aussicht. Nach einer kurzen Spende von 1000 Yen für den Mt. Fuji machten wir uns eine Stunde später auf den Weg.
Der Anfang des Weges führte uns sanft durch einen Wald. Bald erreichten wir die sechste Station, an der wir pausierten, um uns an die dünne Luft zu gewöhnen. Der Weg zur siebten Station (2700 m) zog sich etwas hin, da wir durch Geröllfelder wanderten. Hier stärkten wir uns mit kleinen Snacks für den Aufstieg zur achten Station.
Der Weg wurde ab der siebten Station anspruchsvoller, mit Felsabschnitten, die wir überwinden mussten. Nach ca. 3 Stunden erreichten wir die achte Station (3100 m) und machten eine längere Pause. Von hier aus begann der schwierigste Teil des Aufstiegs, bis zur neunten Station (3580 m).
Für den letzten Abschnitt brauchten wir ungefähr 60 Minuten, da wir im Gänsemarsch anderen hinterherliefen. Um 4:00 Uhr erreichten wir den Gipfel, gerade noch rechtzeitig für den Sonnenaufgang. Nachdem die Sonne aufgegangen war, begannen viele Wanderer den Abstieg oder erkundeten den Krater.
Meine Freunde sind dann noch um den Krater herumgewandert, aber ich machte eine kurze Pause. Die Zeit nutzte ich, um zur Poststation zu gehen und an meine Familie Postkarten zu senden. Auf der Poststation gibt es besondere Fuji-Stempel, die sonst nirgendwo anders zu bekommen sind. Ein großartiges Souvenir und Erinnerungsstück.
Um 7:00 Uhr begannen wir den Abstieg, der besonders anspruchsvoll war – für mich persönlich. Da die Erschöpfung immer mehr zunahm und der Weg durch das Geröll rutschig war.
Dadurch erreichten wir die fünfte Station erst nach 4 bis 5 Stunden und von dort aus machten wir uns auf den Heimweg.
Fazit: Mit sorgfältiger Vorbereitung und Equipment kann der Mt. Fuji in einer Nacht erklommen werden, aber die Erschöpfung ist spürbar, wenn keine Pause gemacht wird. Dennoch sind der Ausblick und der Sonnenaufgang vom Gipfel aus unvergessliche Erlebnisse.
Hilfreiche Links
Allgemeine Links
- Offizielle Website, um sich anzumelden & Infos
- Mt. Fuji: Anmeldeanleitung
- Wettervorhersage für Mt. Fuji
- Höhenkrankheit Infos
- Mt. Fuji Online-Reservierung (JP)
Weitere Blogartikel für Mt. Fuji-Besteigung

