Um dich für das Work-and-Travel-Jahr in Japan zu bewerben, brauchst du neben dem ausgefüllten Lebenslauf und einem Reiseplan auch ein Motivationsschreiben für Japan. Wenn du ein überzeugendes Motivationsschreiben für Japan verfasst, hast du dein Visum so gut wie in der Tasche.
Um dir dabei zu helfen, habe ich diesen Artikel für dich geschrieben. Er erklärt dir, was ein Motivationsschreiben ist, wie du es am besten verfasst – und gibt dir hilfreiche Tipps aus eigener Erfahrung.
Aber bevor es beginnt: Du schaffst das! Manchmal kann einen alles etwas überfordern, aber das ist kein Hexenwerk. Wenn ich das schaffe, kannst du das auch!
Was ist ein Motivationsschreiben?
Auch bekannt als „dritte Seite“ ist das Motivationsschreiben dafür da, besondere Aspekte von deinem Lebenslauf zu benennen.
Ursprünglich kam es aus den USA, ist aber mittlerweile auch ein fester Bestandteil für die Bewerbung in Deutschland. Das ermöglicht dir, etwas Persönlicheres über dich zu schreiben als im Lebenslauf oder im Anschreiben.
Schließlich will das Konsulat wissen, warum gerade DU nach Japan willst und was du da die ganze Zeit über machen willst. Somit kannst du mit dem Motivationsschreiben deine Beweggründe erklären.
💡Schnelle Übersicht für die Anforderungen
- Sprache: Englisch oder Japanisch (kein Deutsch!)
- Umfang: Eine A4-Seite, ca. 300–500 Wörter
- Schriftart: Standardschriftarten wie Arial oder Helvetica
- Schriftgröße Überschrift: 16–18 Punkt
- Schriftgröße Fließtext: 11–13 Punkt
- Format: PDF empfohlen
- Einreichung: Das Motivationsschreiben wird beim japanischen Konsulat eingereicht – entweder persönlich oder per Post, je nach Standort in deiner Nähe. Informiere dich vorab auf der Webseite deines zuständigen Konsulats über den genauen Ablauf.
Wie soll das Schreiben aussehen?
Das Motivationsschreiben für Japan soll einseitig auf einer A4-Seite Platz haben und ca. 300–500 Wörter beinhalten. Leider darf es nicht auf Deutsch eingereicht werden, sondern entweder auf Japanisch oder Englisch.
Wie jedes Schreiben besteht auch das Motivationsschreiben aus einer Einleitung, einem Hauptteil und einer Schlussbemerkung.
Üblicherweise werden für das Motivationsschreiben die Standardschriftarten wie Arial, Helvetica etc. genommen. Bei der Schriftgröße solltest du bei der Überschrift zwischen 16 und 18 Punkt verwenden. Beim Text sind es dann 11 bis 13 Punkt.
Achte darauf, nach ein paar Sätzen immer einen Absatz zu setzen – das macht den Text deutlich leichter lesbar.
Ein weiteres Detail für den Aufbau deines Schreibens ist, dass es vom Aufbau her wie ein Brief aussehen soll. Es ist zwar keine Pflicht, verleiht dem Ganzen aber etwas Formales. Das heißt also, in die Kopfzeile kommen deine Kontaktdaten und die Anschrift des Empfängers. Außerdem sollten das Datum und die Überschrift “Letter of Motivation” in die Kopfzeile aufgenommen werden.
Was soll inhaltlich in dem Motivationsschreiben für Japan stehen?
Wie in jedem Aufsatz gibt es eine Einleitung, einen Hauptteil und eine Schlussbemerkung. So kannst du auch dein Motivationsschreiben über Japan aufbauen.
In der Einleitung stellst du dich kurz vor und was du bisher getan hast. Es ist zwar essenziell, dich vorzustellen, aber du solltest nicht zu viel über dich schreiben. Schließlich ist das Wichtige an dem Motivationsschreiben, warum du in Japan ein Work-and-Travel machen willst.
Im Hauptteil darfst du über deine Motivation schreiben. Hier kannst du dich richtig austoben: Schreibe alles, was dich bewegt, und warum dich Japan begeistert.
Der Schluss sollte kurz noch mal alles zusammenfassen und es auf den Punkt bringen.
Diese 5 Fragen solltest du in deinem Schreiben beantworten.
Um das Motivationsschreiben für Japan gut zu schreiben, stelle dir einfach 5 Fragen und beantworte diese. Wenn du das geschafft hast, ist dein leeres Blatt voll mit deiner Leidenschaft für Japan. Welche Fragen du dir stellen solltest, erfährst du in diesem Abschnitt, und ich zeige dir auch Ausschnitte von meinem Motivationsschreiben.
Frage Nr. 1: Wer bin ich und was habe ich bisher getan?
In dieser Frage stellst du dich vor und beschreibst deinen bisherigen Werdegang. Du musst nicht deinen kompletten Werdegang akribisch auflisten. Sondern eher kurz erwähnen, was du vorher gemacht hast.
Frage Nr. 2: Wieso interessiere ich mich für Japan?
Wie hat all das begonnen? Fasse zusammen, was dich so neugierig macht, Japan zu bereisen. Bei mir hat es zum Beispiel als kleines Kind mit Animes angefangen. Hier ein kleiner Ausschnitt von meinem Text:
„I started reading manga comics and watching series like Digimon and Pokémon as a child. This has influenced me and without really noticing I got my first impression of Japan and its culture. These impressions have increased over time and so did my interest in this country…“
Frage Nr. 3: Warum will ich ein Work-and-Travel in Japan machen?
Wenn du das Land so toll findest, warum reicht es dir dann nicht, einfach nur Urlaub dort zu machen? Mach dir bewusst, warum du das Land mit einem Work-and-Travel-Visum bereisen willst und nicht mit einem ganz normalen Touristenvisum. Das war meine Antwort auf die Frage:
„I’m not the only one in my family making international contacts. My sister inspires me a lot with her world trip she is just about to start with her boyfriend, and my cousin moved to London last year. This inspires me to travel and work for a year in a land that fascinates me. I set this year of work and travel as a goal for myself. My ambitions help me to overcome obstacles often in everyday life. I have been putting money aside and used my eagerness to learn to broaden my language skills over the last year, learn more about the country, people, culture and etiquette.”
Frage Nr. 4: Was erhoffe ich mir von dieser Zeit?
Erhoffst du dir, in Japan Fuß zu fassen, oder wünschst du, den japanischen Arbeitsmarkt kennenzulernen? Du brauchst auch gar keine tiefgründigen Dinge zu schreiben, es reicht vollkommen, darüber zu berichten, was du dir von dieser Zeit erhoffst. Ich habe zum Beispiel geschrieben:
„Nothing is more precious than making your own experiences and growing This is why I’m extremely excited and looking forward to working and traveling for a year. Explore the country, meet new people. I want to make international friends, gain business experience and learn how to read, write and communicate in Japanese during my stay.“
Frage Nr. 5: Warum sollte gerade ich das Visum bekommen.
Der Schlussteil ist dafür da, um dem Konsulat bewusst zu machen, dass du das Visum verdienst. Hört sich etwas komisch an, ist aber irgendwie so. Du brauchst aber keine Angst zu haben, dass es nur eine bestimmte Anzahl an Plätzen für das Visum gibt – dem ist nämlich nicht so. Ich habe bisher noch von keinem gehört, dass er kein Visum bekommen hat, weil zu viele sich beworben haben.
Hier noch mal ein Beispiel von meinem Motivationsschreiben für ein Work-and-Travel-Jahr in Japan:
„I am ambitious and persistent, which will help me to keep going throughout the year, as I am passionate and interested in the country and culture. This year is not just a fixed idea, but it is my childhood dream. I am independent and diligent. I would like to make my own experiences, plan the trip myself and realize my own ideas. I’m planning on writing a travel blog during my year abroad in Japan so I always have something to look back on and to inspire others to do a year of work and travel and encourage them to outgrow.”
Der Schluss: Unterschrift
Um das Schreiben komplett zu machen, schließt du es mit der typischen Höflichkeitsfloskel und deiner Unterschrift ab.
“Thank you for reading my letter of motivation and considering my application.“
Yours sincerely
Deine Unterschrift
Name and Surname
Das solltest du in dem Motivationsschreiben vermeiden.
Damit dein Motivationsschreiben für Japan wirklich überzeugt und authentisch wirkt, solltest du, wenn möglich, diese Punkte vermeiden:
- Klischees ohne persönliche Tiefe: Aussagen wie “Ich liebe Sushi und Anime” ohne persönliche Tiefe wirken flach und überzeugen weder dich noch das Personal im Konsulat. Erkläre, warum Japan für dich persönlich bedeutsam ist.
- Nicht zu persönlich werden: Familiäre Konflikte, Beziehungsprobleme oder Ähnliches haben im Text nichts zu suchen. Finde die goldene Mitte.
- Nicht zu lang: Halte dich wirklich an die A4-Seite. Mehr liest das Konsulat wahrscheinlich eh nicht.
- Kein Kopieren oder KI: Das Schreiben soll von dir geschrieben werden und persönlich sein. Kopiere nichts von anderen und benutze schon gar keine KI, um den Text zu schreiben. Korrektur zur Rechtschreibung dagegen ist in Ordnung.
Meine persönlichen Tipps für dich
Zum Schluss möchte ich dir noch ein paar Tipps geben, die mir persönlich geholfen haben oder die ich einfach von Anfang an so hätte machen sollen.
- Tipp Nr. 1: Schreibe gleich von Anfang an auf Englisch oder Japanisch. Zuerst erscheint es dir vielleicht sinnvoller und einfacher, alles zunächst in Deutsch zu schreiben. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, ich hielt es für wesentlich schwieriger. Vieles habe ich falsch übersetzt. Hätte ich gleich von Anfang an alles auf Englisch geschrieben, wäre vieles einfacher und schneller gewesen.
- Tipp Nr. 2: Lass mehrmals auch Korrektur lesen. Du kennst jemanden, der hervorragend in Englisch oder Japanisch ist? Bitte diese Person, deinen Text zu prüfen. Alternativ helfen Tools wie Grammarly oder DeepL Write dabei, deinen Text zu korrigieren.
- Tipp Nr. 3: Geh es ruhig an. Du willst natürlich so schnell wie möglich fertig damit werden. Aber sich Zeit lassen ist gleichermaßen bedeutsam. Hetze dich nicht und geh an einen Ort, der Inspiration und Entspannung gibt.
- Tipp Nr. 4: Schreibe einen Erstentwurf ohne Selbstzensur. Schreibe erst einfach drauflos, ohne jeden Satz sofort zu überarbeiten. Dann kannst du kürzen, umformulieren und verbessern. Der erste Schritt ist, die Gedanken aufs Papier zu bringen.
- Tipp Nr. 5: Lies den fertigen Text laut vor. So hörst du sofort, wo Sätze zu lang oder unnatürlich klingen – und kannst sie entsprechend anpassen.


3 Kommentare
Ich bin auch gerade dabei mein Motivationschreiben zu schreiben und kann dem Kommentar von Anna voll zustimmen. Dein Beitrag hat echt gut geholfen den Überblick zu behalten und überhaut erstmal einen Anfang zu finden.
Dankeschön für diesen tollen Beitrag und Blog! 🙂
Bin gerade dabei mein eigenes Motivationsschreiben zu verfassen, nur leider bin ich bei solchen Sachen nicht sonderlich kreativ.
Dein Beitrag hat mir echt super dabei geholfen, einen groben Aufbau dafür festzulegen. Damit sollte die Schreibblockade ein Ende gefunden haben, vielen Dank! 🙂
Hallo Anna!
Es freut mich echt das dir mein Beitrag geholfen hat und ich wünsch dir viel Glück für das Visum und alles weitere!
Liebe Grüße
Katharina