Zugfahren in Japan

Zugfahren in Japan: Alle wichtigen Infos & Tipps auf einen Blick

Japan verfügt über eines der herausragendsten Eisenbahnnetze der Welt. Das Zugfahren in Japan ist daher außergewöhnlich effizient, pünktlich, zuverlässig, sauber und oftmals auch kostengünstig. Das Eisenbahnnetzwerk verbindet Japans vier Hauptinseln, Honshu, Hokkaido, Kyushu und Shikoku, und ermöglicht ein einfaches Reisen durch das Land.

JR Group (Japan Railways)

Japan Railways (JR) besteht aus sechs regionalen Eisenbahngesellschaften für den Personenverkehr. Gemeinsam betreiben sie ein landesweites Netz von Stadt-, Regional- und Fernverkehrsstrecken sowie den Shinkansen (Hochgeschwindigkeitszug).

Die JR-Regionen im Überblick

  • JR Hokkaido: die nördlichste Insel Japans
  • JR East: Tokio-Region und der nordöstliche Teil von Honshu bis einschließlich Präfektur Aomori.
  • JR Central: Präfektur Nagoya und der mehr zentrale Teil von Honshu
  • JR West: Kyoto- und Osaka-Region sowie der westliche Teil von Honshu bis einschließlich der Präfektur Yamaguchi
  • JR Shikoku: die Insel Shikoku, die auch mit der Präfektur Okayama verbunden ist.
  • JR Kyushu: die südlichste Insel Japans, die mit der Hauptinsel verbunden

Zugfahren in Japan

Weitere Eisenbahngesellschaften

Auch wenn die JR Group das größte Eisenbahnunternehmen in Japan ist, verbindet sie nicht alle Teile des Landes. Es gibt dutzende weitere private Eisenbahnunternehmen. Viele davon sind kleinere Unternehmen, die nur eine einzige Strecke betreiben. Es gibt aber natürlich auch noch umfangreichere Streckennetze.

Zu den für Reisende wichtigsten gehören:

  • Odakyu: Tokio – Odawara – Hakone
  • Keisei: Tokio – Flughafen Narita
  • Hankyu: Kobe – Osaka – Kyoto
  • Keio: Tokio – Mt. Takao
  • Kintetsu: Osaka – Kyoto – Nara – Ise
  • Nankai: Osaka – Flughafen Kansai – Mt. Koya
  • Tobu: Tokio – Nikko – Kinugawa Onsen
  • Hanshin: Himeji – Kobe – Osaka
  • Keihan: Osaka – Kyoto
  • Nishitetsu: Fukuoka – Dazaifu
  • Meitetsu: Gifu – Nagoya – Okazaki – Toyohashi

✅ Gut zu wissen: Alle oben genannten Privatbahnen akzeptieren keinen Japan-Rail-Pass. Ob sich der Pass für deine Reise überhaupt lohnt und welche Alternativen es gibt, erkläre ich in zwei separaten Beiträgen zum Japan Rail Pass: 

Zugarten in Japan

Die Züge in Japan werden in der Regel in folgende Kategorien eingeteilt:

🚄 Shinkansen (新幹線)

Die Hochgeschwindigkeitszüge werden ausschließlich von JR betrieben und nutzen separate Gleise und Bahnsteige. Es gibt einen Grundfahrpreis, aber zusätzlich müssen Zuschläge gezahlt werden. Zum Beispiel für Sitzplatzreservierungen. Diese Gebühren können stark variieren und sind von der zurückgelegten Strecke abhängig.

Da der Shinkansen für seine extreme Pünktlichkeit bekannt ist, beginnt das Einsteigen oft nur 3–5 Minuten vor der Abfahrt. Am Bahnsteig sind die Wagenpositionen exakt markiert. Suche dein Abteil heraus und stelle dich in die Schlange. Ich persönlich bin gerne schon 10–20 Minuten vor Abfahrt dort, um mir noch entspannt ein Ekiben (Bahnhofslunchbox) zu kaufen. Beim Aussteigen: Platz sauber hinterlassen, Müll mitnehmen. Übrigens haben die meisten Shinkansen Bahnsteige um Müll zu entsorgen!

💡 Tipps

  • Auch wenn etwas teurer: Ich empfehle dir die Sitzplatzreservierung für bequemes und stressfreies Reisen, vor allem auf längeren Strecken. Nicht reservierte Sitzplätze würde ich nur für kurze Fahrten nutzen.
  • Für sperriges Gepäck (über 160 cm L + B + H) gilt eine Reservierungspflicht, sonst fallen Strafgebühren an. Alternativ kannst du den Gepäckservice (Takkyubin) nutzen und deinen Koffer vorab zum Hotel schicken.
  • Sitzplatz strategisch wählen: In Fahrtrichtung Tokio nach Kyoto/Osaka ist die rechte Seite ideal, um bei klarem Wetter den Mt. Fuji zu sehen!
  • In fast allen Shinkansen kannst du die gesamte Sitzreihe umdrehen. Am oder unter dem Sitz befindet sich meist ein Fußpedal. Drückst du es, lässt sich die komplette Sitzbank drehen, bis sie in die entgegengesetzte Richtung einrastet.

🚅 Limited Express (特急)

Die Limited-Express-Züge sind die zweitschnellste Zugkategorie und verbinden Regionen, die nicht an das Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen sind — wie etwa die Alpen von Nagano, die Küsten von Wakayama oder die mystischen Wälder von Nikko. Sie halten nur an den größeren Bahnhöfen, haben aber keine separaten Gleise und Bahnsteige.

Viele Bahngesellschaften (auch JR) verlangen zum Grundfahrpreis einen Zuschlag. Das Gute: Viele der JR-Limited-Züge sind im JR-Rail-Pass oder JR-Regional-Pass inklusive. Komfort und Ausstattung sind oft vergleichbar mit dem Shinkansen, und das Design der Züge ist oft einzigartig und futuristisch. Es gibt reservierte und nicht reservierte Sitzplätze.

💡 Tipps

  • Bei vielen der Züge kannst du nur reservierte Plätze nutzen. Es gibt also keine Abteile für nicht reservierte Sitzplätze.
  • Nutze für kleineres Gepäck die vorgesehenen Aufbewahrungsorte. Bei größerem Gepäck solltest du einen Gepäckdienst (Takkyubin) nutzen.
  • Auch in Limited-Express-Zügen kannst du die Sitze umdrehen.

🚆 Express (急行)

Ein Expresszug liegt in der Hierarchie zwischen dem Rapid (Schnellzug) und dem Limited Express. Er hält an weniger Bahnhöfen als ein normaler Zug, ist aber nicht ganz so exklusiv wie der Limited Express.

Reine Expresszüge (Kyuko) sind bei JR mittlerweile selten und wurden meist durch Limited Express oder Rapid ersetzt. Bei privaten Bahngesellschaften (z. B. Hankyu, Odakyu, Kintetsu) sind sie jedoch immer noch sehr verbreitet und die meisten Privatbahnen erheben keinen Aufpreis. Du zahlst also nur den normalen Fahrpreis.

💡 Tipps

  • Verwechslungsgefahr: An den Anzeigetafeln am Bahnsteig sind Expresszüge oft farblich markiert (häufig rot für Express/Kyuko oder orange für Rapid/Kaisoku). Prüfe genau, ob dein Zielbahnhof auf der Liste der Haltestellen steht – Expresszüge „überspringen“ oft kleine Stationen. Wenn du zu weit fährst, musst du umkehren.
  • Da normale Express-Züge keine reservierten Sitzplätze haben, können sie zur Rushhour (7:30–9:30 Uhr und 17:00–20:00 Uhr) extrem voll werden.

🚃 Rapid (快速)

Der Rapid-Zug ist im Grunde ein Regionalzug mit „Turbo“. Er nutzt dieselben Gleise wie die Bummelzüge (Local), hält aber einfach an weniger Stationen. Der größte Pluspunkt für die Rapid-Züge: Es gibt keinen Aufpreis. Du zahlst lediglich den normalen Fahrpreis und kannst ohne Bedenken eine IC-Karte nutzen.

Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass es leicht verschiedene Arten von Rapid-Zügen gibt, die je nach Region und Eisenbahnunternehmen variieren können. Hier zwei für dich interessante:

  • Section Rapid (区間快速): Der Zug fährt auf einem Teil der Strecke als Rapid, ändert sich aber allerdings ab einem bestimmten Bahnhof in Local.
  • Commuter Rapid (通勤快速): Dieser Zug fährt ausschließlich während der Rushhour und ist noch schneller als ein normaler Rapid, da er selbst größere Bahnhöfe überspringt, um Langstreckenpendler in Rekordzeit in die Stadtzentren zu bringen.

💡 Tipps

  • Achte darauf, ob der nächste Zug ein „Local“ oder „Rapid“ ist (oft farblich markiert, z. B. grün oder blau). Stell dich in die Warteschlange an der entsprechenden Markierung. In Japan ist Vordrängeln ein absolutes No-Go, auch wenn es schnell gehen muss.
  • Schau auf die Liniennetzpläne über den Türen oder auf dem Bahnsteig. Die Kreise/Punkte zeigen dir, ob dein Bahnhof bedient wird. Wenn dein Ziel ein kleiner Vorort ist, fahr mit dem Rapid bis zum nächstgelegenen großen Knotenpunkt und steig dort in den Local (普通, Futsu) um.

🚃 Local (普通)

Local (普通) Der Local-Zug, auf Japanisch Futsū, ist das Fundament des japanischen Schienennetzes. Er ist der klassische „Bummelzug“, der wirklich an jeder einzelnen Station hält – egal, wie klein oder abgelegen sie sein mag.

Eine Besonderheit der Züge, die dir vor allem auf dem Land begegnen wird: One-Man (ワンマン, Wanman): Auf weniger befahrenen Strecken triffst du oft auf Züge, die nur aus einem oder zwei Waggons bestehen. Hier gibt es keinen Schaffner – der Fahrer macht alles alleine. Das bedeutet für dich: Oft darfst du nur an der vordersten Tür beim Fahrer aussteigen, und wenn du keine IC-Karte hast, musst du beim Einsteigen ein Ticket (Seiriken) ziehen und beim Aussteigen passend bezahlen.

💡 Tipps

  • In den Local-Zügen ist es verpönt, etwas zu essen. Das gilt auch für die Rapid- und Expresszüge.
  • In manchen Local-Zügen kannst du die Rückenlehne umklappen (Flip-over-Seats). Zieh oder drück einfach die obere Kante der Rückenlehne auf die andere Seite. So kannst du immer in Fahrtrichtung sitzen oder mit Freunden zusammenbleiben.
  • Local-Züge werden an den Anzeigetafeln meist in Schwarz oder Blau dargestellt. Achte auf das Schriftzeichen 普通 (Futsū) oder manchmal auch 各駅停車 (Kakueki-teisha), was wörtlich „Halt an jeder Station“ bedeutet. Steht daneben ワンマン (Wanman), stell dich darauf ein, dass der Zug kürzer ist als gewohnt.

🚆 Nachtzüge

Aufgrund veralteter Waggons und zunehmender Konkurrenz durch preiswerte Nachtbusse und Billigfluggesellschaften operiert mittlerweile nur noch ein einziger Nachtzug: der Sunrise Seto/Izumo. Er ist ein gekoppelter Zug zwischen Tokio und Okayama, der ab Okayama getrennte Strecken fährt: der Sunrise Seto bis nach Takamatsu (Shikoku), der Sunrise Izumo bis nach Izumo (Shimane).

Für diesen Zug gibt es keine regulären Sitzplätze. Stattdessen findest du private Kabinen sowie Nobi-Nobi-Sitze (liegeähnliche Schlafplätze auf dem Boden). Die privaten Kabinen bieten mehr Komfort und sind für ein oder zwei Reisende buchbar. Sie sind jedoch nicht im Japan-Rail-Pass inkludiert. Die Nobi-Nobi-Sitze dagegen sind im JR-Pass inklusive.

⚠️ Wichtig: Vorreservierungen sind zwingend erforderlich, und der Zug ist besonders zur Hauptsaison schnell ausgebucht.

Sitzklassen in Shinkansen- und Limited-Express-Zügen

Auf längeren Strecken gibt es verschiedene Komfortstufen:

  • Ordinary Car: Entspricht der zweiten Klasse. Die Sitze sind aber dennoch sehr bequem und bieten genügend Beinfreiheit.
  • Green Class: die japanische Businessclass. Die Sitze haben wesentlich mehr Platz und Komfort. Die Preise sind teurer als für die Ordinary Car.
  • GranClass: die luxuriöseste Klasse mit besonders großzügigen Sitzen und exklusivem Service. Diese Klasse findest du nur auf bestimmten Shinkansen-Strecken.

Sitzplatzreservierungen für Shinkansen- und Limited-Express-Zügen

Etwas weiter oben habe ich ja bereits das Thema Sitzplatzreservierungen angeschnitten, möchte aber hier jetzt nochmal genauer darauf eingehen. Der Shinkansen und manche Limited-Express-Züge haben typischerweise zwei Arten von Waggons:

  • Wagen mit nicht reservierten Sitzplätzen: Du hast keinen zugewiesenen Sitzplatz und kannst dich je nach Verfügbarkeit hinhocken. Während der Hauptsaison kann es dann schon mal vorkommen, dass du keinen Platz mehr findest und stehen musst.
  • Wagen mit reservierten Sitzplätzen: Beim Kauf deiner Fahrkarte stehen dann noch zusätzlich deine Wagen- und Sitzplatznummer. Sobald du eine Sitzplatzreservierung vornimmst, wird dir ein Aufpreis berechnet. Die Kosten können hier ja nach Eisenbahnunternehmen und Saison variieren.

 

Um einen Sitzplatz zu reservieren, kannst du entweder persönlich zum JR-Schalter „Midori no Madoguchi“ gehen oder online bei Smart-ex, Eki-net oder Klook reservieren.

💡 Tipps

  • Zu bestimmten Reisezeiten (z. B. Golden Week, Neujahr) ist es besonders ratsam, Sitzplätze zu reservieren. Die Züge sind zu dieser Zeit immer vollgepackt und oftmals schon Monate vorher ausgebucht.
  • Sitzplatzreservierungen sind ab einem Monat vorher möglich.
  • Bei übergroßem Gepäck musst du eine Sitzplatzreservierung vornehmen.

Tickets & Pässe für alle Züge

🐧 Prepaid-Karten (IC-Karten)

Wenn du zum ersten Mal nach Japan reist, gibt es etwas, das dir fast alles erleichtert: IC-Karten. Diese unscheinbare Plastikkarte ist der Schlüssel zu stressfreiem Reisen – egal, ob du in Tokio, Osaka oder auf dem Land unterwegs bist. Was ist aber eine IC-Karte? Einfach erklärt: Sie sind wiederaufladbare Prepaid-Karten mit gespeichertem Guthaben, mit denen Fahrkarten für Züge und Busse bezahlt werden können.

Es gibt zehn gängige regionale IC-Karten, darunter Suica, Pasmo und ICOCA, die du in den meisten japanischen Großstädten untereinander verwenden kannst. Es gibt auch einige kleinere Anbieter für IC-Karten (z. B. auf Okinawa), die nur auf eine bestimmte Region beschränkt sind und die anderen gar nicht akzeptieren. Mit den Karten kannst du übrigens auch in Konbinis, an Getränkeautomaten und in vielen Restaurants & Shops bezahlen.

Kaufen kannst du dir die IC-Karten an vielen Bahnhöfen und Flughäfen an den Fahrkartenautomaten und -schaltern der ausstellenden Bahngesellschaften. Üblicherweise musst du dann eine Kaution von 500 Yen und ein Startguthaben von 1.500 Yen zahlen.

💡 Tipps

  • Hol dir die digitale IC-Karte Suica auf dein Wallet (für iPhone-Nutzer) und spar dir das nervige Holen am Flughafen bei deiner Ankunft. Für Android-Nutzer bleibt leider nichts anderes übrig, als die Suica-App (nur auf Japanisch) zu downloaden. Aber Achtung! Eventuell könnte deine Kreditkarte nicht mit der App kompatibel sein.
  • Habe immer genug Guthaben auf deiner Karte. Kein Witz, das kann schneller passieren, als du denkst. Sobald du unter 1.000 Yen bist, am besten gleich an einem Automaten oder im Wallet Geld nachladen. Übrigens zeigen die Ticketgates beim Verlassen dein Restguthaben an, achte also immer darauf.
  • Halte die Karte immer bereit, sodass du sie einfach und schnell ans Ticketgate halten kannst. So manch Anfänger verschwendet seine Zeit mit dem Raussuchen aus dem Geldbeutel.

🎟️ Normale Tickets

Die normalen Einzeltickets kannst du an jedem Bahnhof an einem Fahrkartenautomaten kaufen und sie decken nur die einfache Strecke ab. Die Preise für ein Einzelticket hängen stark davon ab, wie weit du fährst und mit welcher Bahn du unterwegs bist. Über den Automaten hängen Aushänge, wo du Preise und Strecke siehst, um das richtige Ticket zu kaufen.

🎟️ Zuschlagstickets

Zuschläge werden nur bei Shinkansen- und Limited-Express-Zügen erhoben (tokkyū ryōkin). Die genaue Höhe hängt von der zurückgelegten Strecke des jeweiligen Zuges ab und kann bei 500 Yen anfangen und hört meistens bei 11.000 Yen auf. Wichtig hier zu wissen ist, dass du zwei Tickets bekommst: das reguläre und das Zuschlagticket.

🎫 Stadtpässe

Stadtpässe sind Tageskarten, um in Städten mit U-Bahn, Straßenbahn, Zug und Bus unbegrenzt fahren zu können. Diese Tageskarten können einem wirklich dabei helfen, kostengünstig in den Städten und der Umgebung zu navigieren. Die meisten können direkt an den Fahrkartenautomaten oder in den Touristeninformationen gekauft werden.

🎫 Japan Rail Pass & Alternativen

Der Japan Rail Pass ist der wohl bekannteste bzw. beliebteste unter den Bahnpässen für Japanreisende und ermöglicht die unbegrenzte Nutzung der meisten JR-Züge für 7, 14 oder 21 Tage. Ob er sich für deine Reise lohnt, hängt stark von deiner Route ab. Alle Details, aktuellen Preise und sinnvolle Alternativen findest du in meinen beiden separaten Beiträgen:

💡 Tipps

  • Während Stadtpässe fast immer eine lohnende Investition sind, sind Bahnpässe nicht immer kostengünstig. Es gibt aber zahlreiche Websites mit einem Kalkulator, um herauszufinden, ob sich die Pässe überhaupt rentieren.
  • Schaue auf den offiziellen Tourismus-Websites der Präfektur oder Stadt, wenn du Pässe kaufen willst. Dort stehen meistens genauere Informationen, Tipps und auch digitale Pässe als Apps zum Holen.
  • Vergiss beim Durchschreiten der Ticketgates nicht dein Ticket! Wenn viel an den Ticketgates los ist, kann es durchaus vorkommen, den Überblick zu verlieren.

Navigation & Routenplanung

Um in Japan reibungslos zu navigieren und die beste Route zu finden, gibt es mehrere Möglichkeiten, um die optimal für dich passende Strecke zu ermitteln. Denn mal ganz ehrlich: Das System und das Bahnnetz sind effizient. Aber ohne genaue Kenntnisse kann es manchmal besonders schwierig sein, von A nach B zu kommen (vor allem in Städten wie Tokio oder Osaka).

Glücklicherweise gibt es mittlerweile online mehrere englischsprachige Routenplaner, die dir die optimale Strecke finden:

  • Google Maps: Für mich persönlich ist das die beste Möglichkeit, um in Japan die optimale Verbindung (egal ob Bus, Bahn etc.) herauszusuchen. Die Benutzeroberfläche ist sehr einfach und die App ist schon immer auf dem Smartphone installiert. Gebe einfach deinen Start- und Zielpunkt (Bahnhof, Adresse oder Sehenswürdigkeit) ein und schon werden dir verschiedene Routen gezeigt. Zusätzlich werden dir auch die Preise angezeigt, manchmal sogar, von welchem Gleis er abfährt. Ein weiterer entscheidender Bonuspunkt: Nicht nur das richtige Gleis, sondern auch, in welches Abteil du einsteigen sollst, um so zügig wie möglich weiterzukommen, wird dir angezeigt.
  • Navitime: Benutze ich auf meinen Reisen, wenn ich einen Japan-Rail-Pass und andere Bahnpässe nutze. Es ist wirklich ein Allrounder und deckt so viele Routen und Verbindungen ab. Neben den Zugverbindungen kannst du auch Flug- und Busverbindungen heraussuchen. Auch berücksichtigt es Autorouten, Taxitarife und Autobahngebühren. Die kostenlose Version ist trotz bestimmter Einschränkungen immer noch hervorragend und reicht vollkommen aus. Möchtest du aber wirklich alle Funktionen, solltest du dir den Premium-Plan holen.

Anleitung für das Zugfahren in Japan

Schritt für Schritt Anleitung für das Zugfahren in Japan.

📱 Route planen

Bevor es zum Bahnhof geht, plane zuerst deine Fahrt mit Google Maps oder Navitime. Achte dabei auf den Zugtyp, die Fahrzeit, wie oft du umsteigen musst und natürlich den Preis.

🎫 Ticket kaufen

Ohne IC-Karte: Am Fahrkartenautomaten wählst du Englisch als Sprache aus und suchst dann dein Ticket anhand des Preises aus. Wirf nun das Bargeld in den Automaten. Als Zusatzoption kannst du nun wählen, ob du noch zusätzlich eine Quittung benötigst. Sobald du dein Ticket und Rückgeld bekommen hast, kannst du zum Ticketgate.

Mit IC-Karte: Kontrolliere, ob du genug auf deiner Prepaidkarte hast, und lade sie gegebenenfalls an den Automaten oder im Wallet auf.

Shinkansen/Limited Express: Kaufe das Ticket entweder auch an den markierten Fahrkartenautomaten oder direkt am JR-Schalter (Midori no Madoguchi). Alternativ kannst du auch Online-Tickets bei Klook oder Japan-Experience kaufen. Das ist besonders zur Hauptsaison zu empfehlen, da die Züge schnell voll sind.

💡 Tipps

  • Bargeld bereithalten – manche Automaten akzeptieren keine Kreditkarten.
  • Brauchst du Unterstützung, gibt es am Ticketautomaten einen Button (Call/よびだし), um Hilfe zu holen. Das Personal öffnet eine Art Fenster und hilft dir dann beim Automaten

🚧 Durch die Ticketgates gehen

ohne IC-Karte: Führe die Fahrkarte in den Schlitz und gehe durch. Denk aber daran, dein Ticket wieder an dich zu nehmen.

Mit IC-Karte: Halte deine IC-Karte über das Lesefeld (blaues Feld mit IC-Logo) und geh zügig durch.

Shinkansen/Limited Express: Führe beide Tickets in den Schlitz und gehe durch. Auch hier: Ticket nicht vergessen. Um zu den Shinkansen-Gleisen zu gelangen, musst du nochmal ein zweites Ticketgate passieren. Diese sind in der Regel gut ausgeschildert.

🚉 Bahnsteig

Suche an den Anzeigetafeln deine Zuglinie, Fahrtrichtung und Abfahrtszeit heraus. Dort wird dir dann der richtige Bahnsteig angezeigt (manchmal verrät auch schon Google Maps das korrekte Gleis) und gehe dorthin. Am Bahnsteig zeigen dann Markierungen auf dem Boden die Position der Türe des einfahrenden Zuges an. Wartende Fahrgäste stellen sich hinter diesen Markierungen auf. Stelle dich auch bei der Warteschlange an und drängle oder ignoriere sie nicht – denn das gilt als sehr unhöflich.

💡 Tipps

  • Beachte jedoch, dass einige Bahnsteige von Zügen unterschiedlicher Art angefahren werden. Die Anzeigetafel und Bodenmarkierungen verweisen auf die Zugart des eintreffenden Zuges.

🚃 Im Zug

Sobald der Zug im Bahnhof einfährt und die Türen sich öffnen, steigen die Fahrgäste aus. Hier ist es wichtig, alle Fahrgäste aussteigen zu lassen und nicht zu drängeln. Sind alle ausgestiegen, kannst du nun einsteigen und dir, falls vorhanden, einen freien Sitzplatz aussuchen. Ist der Zug voll, stelle sicher, dass dein Rucksack oder deine Tasche niemanden stört – stelle sie entweder auf die Gepäckablage oder auf den Boden.

Was dir wahrscheinlich sofort im Zug auffallen wird, ist, wie leise es ist. Viele der Fahrgäste beschäftigen sich während der Zugfahrt mit Lesen, Schlafen oder ihrem Smartphone. Lautes Reden, Telefonieren oder Musikhören ohne Kopfhörer ist in japanischen Zügen sehr ungewöhnlich und nicht gern gesehen.

Wenn der Zug fast am Bahnhof angekommen ist, erfolgt eine Durchsage, die den Namen des Bahnhofs und die Anschlusslinie mitteilt (auf Japanisch, aber in großen Städten auch auf Englisch). Oberhalb der Türen gibt es auch elektronische Anzeigetafeln, die auch die Informationen anzeigen.

💡 Tipps

  • Die Zugwagons haben auch sogenannte „Priority Seats“. Diese sind für Rentner, Personen im Rollstuhl, Familien oder Schwangere. Wenn möglich, sitze dort nicht, und wenn doch, solltest du höflich deinen Sitz freigeben.
  • Es gibt auch in Großstädten „Women-Only“-Waggons. Diese sind pink und für Frauen während der Stoßzeit vorgesehen. Als Mann solltest du einen anderen Waggon auswählen.

📍 Am Zielbahnhof angekommen

Verlasse am Zielbahnhof durch die Ticketgates:

ohne IC-Karte: Führe die Fahrkarte in den Schlitz und gehe durch. Das Ticket kommt nicht mehr heraus, geh also einfach weiter.

Mit IC-Karte: Halte deine IC-Karte über das Lesefeld (IC-Logo) und geh zügig durch.

Shinkansen/Limited Express: Führe beide Tickets in den Schlitz und gehe durch. Beide Tickets kommen nicht mehr heraus, gehe also weiter.

🔊 Piepst das Gate und schließen sich die Klappen? Kein Stress! Du hast entweder zu wenig Guthaben auf der IC-Karte oder das falsche Ticket. In der Nähe sollte ein Automat „Fare Adjustment“ stehen, wo du die Differenz bezahlen kannst.

Verhaltensregeln an Bahnhöfen & Zügen

  • Durchgänge freihalten: nicht mitten im Weg stehen bleiben. Mit Gepäck an den Rand treten, um den Personenfluss nicht zu stören.
  • Vorausschauend agieren: Fahrkarten schon vor den Sperren bereithalten. Nach Rolltreppen oder Gates sofort weiterlaufen.
  • Gepäckführung: Koffer eng am Körper führen, um Stolperfallen zu vermeiden. Auf Rolltreppen Gepäck immer sichern.
  • Rolltreppen-Etikette: In Japan links stehen, damit rechts Platz ist, um die Rolltreppe hinaufzugehen (außer in Osaka: rechts).
  • Leise sein: In Zügen gilt es als unhöflich, zu telefonieren und laut zu sprechen oder Musik zu hören. Versuche also, laute Geräusche, wenn möglich, zu vermeiden. Einzige Ausnahme: Im Shinkansen kannst du bei einem Telefonat in den Gängen leise telefonieren.
  • Essen & Trinken: In Stadtzügen tabu, in Fernzügen erlaubt (starke Gerüche vermeiden).
  • Sitzplatz-Etikette: Nur einen Platz belegen, Beine nicht ausstrecken oder Gepäck neben dir stellen. Prioritätssitze für Bedürftige freigeben und Kindern die Schuhe auf den Sitzen ausziehen.
  • Müll: Hinterlasse deinen Sitz sauber und nimm deinen Müll wieder mit.


Hilfreiche Links

Sitzplatzreservierungen

 

Pässe


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