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Nagasaki in Japan: Sehenswürdigkeiten & Tipps für die Stadt des Friedens

Nagasaki in Japan ist eine wunderschöne Küstenstadt in der gleichnamigen Präfektur, die mit ihrer vielfältigen kulturellen Atmosphäre einzigartig ist. Wie Hiroshima wurde auch Nagasaki im Zweiten Weltkrieg durch eine Atombombe fast vollständig zerstört. Seitdem hat sich die Stadt erholt und sich zu einer lebendigen und blühenden Stadt entwickelt.

Nagasaki ist jedoch nicht nur wegen des Zweiten Weltkriegs bekannt, sondern auch für den starken westlichen und chinesischen Einfluss. Da die Hafenstadt bereits seit dem 16. Jahrhundert Handel mit dem Ausland trieb, spürt man diese Prägung bei jedem Schritt. Diese Geschichte zeigt sich überall in der Stadt und macht Nagasaki zu einem faszinierenden Reiseziel.

Während meiner Reise habe ich Nagasaki sehr zu schätzen gelernt. In diesem Artikel stelle ich dir die spannendsten Sehenswürdigkeiten vor und gebe dir hilfreiche Tipps für deinen Aufenthalt in Nagasaki – der Stadt des Friedens.

Ehrlich vorab: Ich hatte nur einen Tag in Nagasaki. Was ich selbst gesehen habe, kennzeichne ich, und was ich nicht geschafft habe, sage ich dir auch. So kannst du besser einschätzen, worauf sich meine Tipps stützen.

Nagasaki im Überblick: Wissenswertes & Tipps

📍 Wie bereits oben erwähnt, ist Nagasaki die Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur und liegt auf der südlich gelegenen Insel Kyūshū.

🏯 Im 16. Jahrhundert war Nagasaki einer der ersten japanischen Häfen, die für den europäischen Handel geöffnet wurden, vor allem für die Portugiesen und später die Niederländer. Viele Jahre lang war die Stadt das einzige Fenster Japans zur westlichen Welt.

⛪ Nagasaki ist auch ein bedeutendes Zentrum des Christentums in Japan. Die Stadt war im 16. und 17. Jahrhundert ein Zufluchtsort für japanische Christen, die von Verfolgung bedroht waren. Das Denkmal und Museum der 26 Märtyrer auf dem Nishizaka-Hügel erinnern heute noch daran. Gleich neben der markanten St.-Philipp-Kirche mit ihren zwei Türmen.

🕊️ In Nagasaki, das von der zweiten Atombombe getroffen wurde, befinden sich viele Denkmäler, die an diese Zeit erinnern, darunter der Friedenspark und das Atombombenmuseum.

🥾 Vor meinem Besuch war mir nicht bewusst, wie hügelig und uneben die Stadt ist – bringe also unbedingt bequeme Schuhe mit, um die Stadt gut zu Fuß zu erkunden.

🏘️ Die Stadt ist auch wegen ihrer einzigartigen Architektur bekannt: Viele Stadtteile liegen an Berghängen, was zu engen, verwinkelten Straßen geführt hat.

🧥 Packe auch Kleidung für ungemütliches Wetter ein. In Nagasaki regnet es besonders oft, vor allem von Mai bis Juli. Die eigentliche Regenzeit (Tsuyu) dauert auf Kyūshū etwa von Anfang Juni bis Mitte Juli. Da fällt der meiste Niederschlag des Jahres.

Wie viel Zeit sollte ich für Nagasaki einplanen?

Viele Beiträge, die ich während meiner Recherche gelesen habe, empfehlen einen Aufenthalt von einem Tag in Nagasaki. Ich habe mich ebenfalls für einen eintägigen Trip mit Übernachtung entschieden.

Ein Tag reicht aus, um die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, jedoch nicht, um die vielen weiteren reizvollen Orte zu entdecken, die die Stadt zu bieten hat. Um die Stadt und ihre Umgebung wirklich kennenzulernen, würde ich einen Aufenthalt von zwei bis drei Tagen empfehlen.

Die Sehenswürdigkeiten im Abschnitt „Mein Tag in Nagasaki“ habe ich alle entspannt an einem Tag gesehen. Für alles Weitere hat die Zeit nicht gereicht, genau deshalb empfehle ich dir zwei bis drei Tage.

Anreise Nagasaki

So zauberhaft Nagasaki auch ist, die Anreise dorthin kann sich als kleine Odyssee herausstellen. Da die Präfektur auf der westlichen Seite der Insel Kyūshū liegt und aus vielen kleinen Inseln besteht, kann die Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln länger dauern.

In diesem Abschnitt erkläre ich dir, wie du von Kumamoto und Fukuoka nach Nagasaki gelangst.

🚃 Von Fukuoka aus

Fukuoka ist für die meisten der Einstieg nach Kyūshū. Über den Flughafen oder mit dem Shinkansen aus Osaka und Tokio. Von hier ist Nagasaki gut erreichbar.

Zug/Shinkansen: Von Fukuokas Bahnhof Hakata steigst du in den „Relay Kamome“-Limited-Express-Zug (ca. 60 Minuten) und den Nishi-Kyūshū-Shinkansen (ca. 25 Minuten) über Takeo Onsen nach Nagasaki.

Die einfache Fahrt dauert etwa 90 Minuten und kostet zwischen 5.000 und 6.000 Yen. Beide Züge sind im Japan Rail Pass und JR Kyushu Pass inbegriffen.

Highway-Bus: Es gibt mehrere Highway-Busse, die stündlich zwischen Fukuoka (Hakata Station, Tenjin Bus Center) und Nagasaki (Bahnhof Nagasaki) verkehren. Die einfache Fahrt dauert ungefähr 2 Stunden und 30 Minuten, und die Preise fangen bei 2.900 Yen an.

Auch vom Flughafen Fukuoka gibt es stündliche Abfahrten. Reservierungen können entweder am Bahnhof vor Ort oder über das Online-Portal Willer Express oder Highway Bus (nur auf Japanisch) vorgenommen werden.

🚃 Von Kumamoto aus

Von Kumamoto bin ich selbst gekommen. Hier hast du drei Möglichkeiten und die Fähre ist die Variante, die kaum jemand auf dem Schirm hat.

Zug/Shinkansen: Vom Bahnhof Kumamoto aus steigst du in den Kyūshū-Shinkansen (ca. 35 Minuten) und fährst bis zum Bahnhof Shin-Tosu. Dort wechselst du in den Limited-Express „Relay Kamome“ nach Takeo Onsen (ca. 40 Minuten) und dort ein letztes Mal in den Nishi-Kyūshū-Shinkansen (ca. 25 Minuten) nach Nagasaki. Die einfache Fahrt dauert ungefähr 2 Stunden und kostet ca. 9.000 Yen. Alle drei Züge sind im Japan-Rail-Pass und JR-Kyushu-Pass inbegriffen.

Highway-Bus: Die einfache Fahrt zwischen Kumamoto (Bahnhof Kumamoto, Bus-Terminal Sakuramachi) und Nagasaki (Bahnhof Nagasaki) mit dem Highway-Bus dauert etwa 3 Stunden und 30 Minuten. Die Preise beginnen bei 2.700 Yen (je nach Saison, Tag und Uhrzeit variieren die Preise). Üblicherweise fahren vier Busse pro Tag im Abstand von vier Stunden von Kumamoto ab. Tickets können entweder vor Ort am Bahnhof gekauft oder online auf Willer Express oder Highway Bus (nur auf Japanisch) reserviert werden.

Fähre: Eine dritte Möglichkeit ist die Fähre. Besonders reizvoll, wenn du auf den Bus verzichten und stattdessen über die Ariake-See fahren willst. Vom Hafen Kumamoto aus nimmst du die Kyusho Ferry (九商フェリー) bis zum Shimabara-Hafen in Nagasaki (ca. 60 Minuten). Von dort fährst du mit dem lokalen Zug „Shimabara Tetsudo“ (ca. 80 Minuten) und dem Nishi-Kyūshū-Shinkansen (10 Minuten) über den Bahnhof Isahaya nach Nagasaki. Die gesamte Fahrt dauert etwa 2 Stunden und 30 Minuten und kostet zwischen 3.000 und 4.000 Yen. Achtung: Die Shimabara-Tetsudō-Bahn ist eine Privatbahn und nicht im JR Pass enthalten – nur der Nishi-Kyūshū-Shinkansen ab Isahaya ist inbegriffen.

Öffentlicher Transit in Nagasaki

Mit den Straßenbahnen oder zu Fuß lässt sich Nagasaki am einfachsten erkunden. Viele der Sehenswürdigkeiten befinden sich in der Umgebung des Bahnhofs Nagasaki in südöstlicher Richtung. Nur der Friedenspark liegt nördlich vom Bahnhof und ist etwas weiter entfernt.

🚋 Straßenbahn

Die Straßenbahnen von Nagasaki Electric Tramway bieten eine bequeme Verbindung zwischen den wichtigsten Attraktionen.

  • Linie 1 (Blau): Verbindet Akasako mit dem Sofukuji-Tempel und hält am Friedenspark, Dejima und Chinatown.
  • Linie 3 (rot): Verläuft von Akasako bis zum Hotarujaya-Schrein und hält auch am Friedenspark und Suwa-Schrein.
  • Linie 4 (Gelb): Verband den Sofukuji-Tempel mit Hotarujaya über die Megane-Brücke und den Kofukuji-Tempel, seit Februar 2026 stillgelegt. Nutze stattdessen Linie 1 und 5 mit Umstieg in Nishihamanomachi.
  • Linie 5 (grün): Fährt von Ishibashi nach Hotarujaya und hält in der Nähe der Megane-Brücke und des Suwa-Schreins.

 

Die Straßenbahnen fahren in der Regel alle 5–11 Minuten (je nach Linie und Tageszeit; seit der Fahrplanänderung im Februar 2026 etwas seltener) von 06:00 bis 23:00 Uhr. Die einfache Fahrt kostet pauschal 150 Yen, unabhängig von der Anzahl der gefahrenen Stationen.

Das Ticket muss beim Aussteigen direkt beim Fahrer bezahlt werden. Alternativ kannst du eine IC-Karte (Prepaidkarte) oder einen Tagespass für 600 Yen erwerben. Beides ist am Bahnhof Nagasaki erhältlich. Der Tagespass wird allerdings nicht in der Bahn verkauft. Den musst du vorher besorgen (oder als Mobil-Ticket über die App kaufen). Inzwischen kannst du auch einfach mit kontaktloser Kreditkarte am Leser bezahlen.

🚌 Bus

Nagasaki verfügt auch über ein hervorragendes Netz von Stadtbussen, die von Nagasaki Bus betrieben werden. Wie die Straßenbahnen verbinden die Busse ebenfalls alle bedeutenden Sehenswürdigkeiten.

Die Stadt bietet sogar einen Loop-Bus für Touristen an, für den du einen Tagespass (500 Yen) kaufen kannst. Dieser ist besonders nützlich, wenn du zum Mt. Inasa fahren möchtest. Der Tagespass kann auch online über eine App gekauft werden.

Die besten Sehenswürdigkeiten für Nagasaki in Japan

Diese vier Orte habe ich an einem einzigen Tag entspannt geschafft, in genau dieser Reihenfolge. Sie liegen gut beieinander und ergeben zusammen einen stimmigen Bogen: erst der Überblick von oben, dann die Orte, die an den 9. August 1945 erinnern.

Nagasaki City Hall

Wenn du, wie ich, es liebst, eine Stadt von oben zu sehen, solltest du unbedingt zur Nagasaki City Hall gehen. Die Aussichtsplattform befindet sich auf der 19. Etage des Rathauses und ist kostenlos.

Von dort hast du einen beeindruckenden Ausblick auf den Hafen und viele weitere Sehenswürdigkeiten. Besonders gut gefallen hat mir das große Display, das alle Attraktionen mit ihren Standorten in der Stadt anzeigt.

Mein Tipp: Starte hier. Du bekommst sofort ein Gefühl dafür, wie die Stadt zwischen den Bergen liegt – das macht alles Weitere greifbarer.

🏯

Besucherinfos

🕘

Mo–So 8:15–20:30 Uhr

Öffnungszeiten

🚫

keine

Geschlossene Tage

🎟️

¥ kostenlos

Eintritt

Friedenspark

Der Friedenspark in Nagasaki ist eine der bedeutsamsten Sehenswürdigkeiten und sollte bei deinem Besuch auf keinen Fall fehlen. Mit seiner stillen und ruhigen Atmosphäre erinnert der Friedenspark an den Atombombenabwurf auf Nagasaki am 9. August 1945.

Ein großer Teil der Stadt wurde damals zerstört und Zehntausende Einwohner wurden getötet. Das Gebiet besteht aus zwei Parks und dem Gedenkmuseum „Nagasaki Atomic Bomb Museum“. Im Zentrum des Parks befindet sich das Hypocenter mit einem schlichten schwarzen Monolithen, der das Epizentrum der Explosion markiert.

Etwas abseits steht eine beschädigte Säule der ehemaligen Urakami-Kathedrale, die bei der Explosion zerstört wurde. Nördlich des Hypozentrums findest du die ikonische Friedensstatue, einen imposanten Brunnen und verschiedene andere Denkmäler.

🏯

Besucherinfos

🕘

24h

Öffnungszeiten

🚫

keine

Geschlossene Tage

🎟️

¥ kostenlos

Eintritt

Nagasaki Atomic Bomb Museum

Nicht weit von dem Friedenspark befindet sich auf einem Hügel über dem Hypocenter das Atomic-Bomb-Museum. Der Besuch dort ist ernüchternd und erschreckend zugleich und nichts für empfindliche Gemüter. Das Museum hat die Aufgabe, künftige Generationen über die Schrecken des Krieges zu informieren.

Viele der Ausstellungsstücke sind hinterlassene Habseligkeiten und zerstörte Gebäudestücke. Auch findest du Berichte von Überlebenden, die erneut verdeutlichen, wie schrecklich der Atombombenwurf war. Interessant war auch der Nachbau der Atombombe in Originalgröße.

Nimm dir genug Zeit für das Museum und mache auch ein paar Pausen, um das Gesehene zu verdauen. Ich möchte dich nicht abschrecken, da das Museum fesselnd ist, aber sei darauf gefasst, dass es emotional herausfordernd sein kann.

💡 Mein Tipp: Ab ca. 10:00 Uhr wird das Museum immer voller. Möchtest du das Museum in Ruhe erkunden, solltest du als Erstes mit dem Museum anfangen und direkt zur Öffnung kommen.

🏯

Besucherinfos

🕘

Sep–Apr 8:30–17:30 Uhr

Mai–Aug 8:30–18:30 Uhr

Öffnungszeiten

🚫

29. Dez. bis 31. Dez.

Geschlossene Tage

🎟️

¥ kostenlos

Eintritt

Sanno Schrein & das einbeinige Torii

Der ursprüngliche Sanno-Schrein befand sich damals nur 900 m vom Zentrum der Explosion entfernt. Die 4000°C heiße Hitzewelle vernichtete nicht nur den kompletten Schrein, sondern verdampfte auch die umliegenden Bäume in einem Augenblick. Das Einzige, was übrig blieb, ist der Torii-Bogen, der auf einer einzelnen Säule steht und von den Anwohnern „einbeiniges Torii“ genannt wird.

Nach dem Atombombenabwurf wurde der Schrein wieder aufgebaut. Neben dem einbeinigen Torii erinnern auch die beiden Kampferbäume auf dem Gelände an die damalige Tragödie: Sie galten nach der Explosion als tot, trieben aber wieder aus. Heute sind sie als Naturdenkmal geschützt und für viele Einheimische das eigentliche Symbol des Ortes.

🏯

Besucherinfos

🕘

24h

Öffnungszeiten

🚫

keine

Geschlossene Tage

🎟️

¥ kostenlos

Eintritt

Wenn du mehr Zeit hast: weitere Orte in Nagasaki

Diese Orte habe ich selbst nicht geschafft. Sie standen aber ganz oben auf meiner Liste, und ich habe sie für dich recherchiert. Wenn du zwei oder drei Tage hast, würde ich sie einplanen.

Suwa-Schrein

Der 1625 gegründete Suwa-Schrein ist ein bedeutender Shinto-Schrein in Nagasaki und ein zentraler Bestandteil des Glaubens der ansässigen Bevölkerung. Besonders berühmt ist der Schrein für das farbenprächtige Kunchi-Fest, das jedes Jahr vom 7. bis 9. Oktober stattfindet.

Doch nicht nur das Fest macht den Schrein besonders, sondern auch seine Lage. Der Schrein befindet sich hoch über dem Stadtzentrum, und auf dem Weg nach oben passierst du mehrere Torii, die den Eingang markieren. Auch er hat den Atombombenwurf unbeschadet überstanden.

Trage bei deinem Besuch unbedingt bequeme Schuhe, denn die 277 Steinstufen, die zum Schrein führen, sind keine Kleinigkeit.

Mt. Inasa

Mt. Inasa ist ein 333 Meter hoher Berg, der in der Nähe der Stadt liegt und sowohl tags als auch nachts einen Blick auf Nagasaki und die Bucht bietet. Die Spitze des Berges erreichst du mit der Seilbahn, dem Bus oder dem Auto.

Die Aussicht vom Berg soll einfach fantastisch sein und vor allem bei Nacht wunderschön! Nicht umsonst zählt die Nachtaussicht vom Berg zu den drei besten Japans. Mt. Hakodate und Mt. Rokko sind die anderen beiden.

Nagasaki-Chinatown

Nagasakis Chinatown ist das älteste seiner Art in Japan und einer der besten Orte, um chinesische Gerichte zu genießen. Der Stadtteil befindet sich in Nagasakis Innenstadt und erstreckt sich über einen Häuserblock, der von kreuzenden Gassen durchzogen ist.

Die Stadt war während der Abschottung des Landes (1639–1854) der einzige Hafen, der für den Außenhandel geöffnet war. Neben den Niederländern waren die Chinesen die einzigen Händler, die zu dieser Epoche in die Stadt durften. Wie der Stadtteil Dejima war auch Chinatown ursprünglich eine neu gewonnene Insel, auf der die Chinesen Handel treiben durften.

Das farbenfrohe Viertel ist besonders zum chinesischen Neujahr eine Augenweide, da das jährliche Nagasaki Lantern Festival stattfindet. Das Festival ist bei Besuchern besonders beliebt, da tausende von Laternen aufgehängt werden und am Abend die Stadt erleuchten.

Dejima

Genau wie Chinatown war Dejima eine künstlich hergestellte Insel im Hafen von Nagasaki. Erbaut wurde die Insel im Jahre 1636, um die Portugiesen von den Einheimischen zu trennen und deren missionarischen Eifer zu kontrollieren.

Einige Jahre später wurden die Portugiesen aus Japan vertrieben und es kam zur Abschottung des Landes. Nur den Niederländern war es erlaubt, mit Japan Handel zu treiben, wobei sie die Insel nie verlassen durften. Dejima war für rund 218 Jahren das einzige Tor zur Außenwelt.

Heute ist es Besuchern möglich, durch die Gassen des Freilichtmuseums zu schlendern und die wenigen historischen Gebäude zu erkunden, die noch erhalten sind.

Oura-Kirche (Ōura Tenshudō)

Japans ältestes erhaltenes Kirchengebäude, fertiggestellt 1864, seit 1953 Nationalschatz und seit 2018 Teil des UNESCO-Welterbes „Verborgene christliche Stätten in der Region Nagasaki“. 2016 wurde sie als erste Kirche Japans zur Basilica minor erhoben. 

Ihr offizieller Name lautet „Kirche der 26 Märtyrer Japans“ – sie ist bewusst in Richtung des Hinrichtungshügels Nishizaka ausgerichtet. Berühmt ist sie für die „Entdeckung der Gläubigen“ 1865: Nach über 200 Jahren Verbot offenbarten sich hier versteckte Christen einem französischen Priester.

Glover Garden

Direkt neben der Oura-Kirche, einem Freilichtmuseum mit westlichen Wohnhäusern aus der Meiji-Zeit auf einem Hang über dem Hafen. Das Wohnhaus des schottischen Kaufmanns Thomas Glover ist das älteste erhaltene westliche Haus Japans und ebenfalls UNESCO-Welterbe. Von hier hat man einen der bekanntesten Ausblicke auf Nagasaki.

Megane-Brücke (Meganebashi)

Die „Brillenbrücke“ über dem Nakashima-Fluss, 1634 erbaut, die älteste steinerne Bogenbrücke Japans. Bei ruhigem Wasser ergeben die beiden Bögen mit ihrer Spiegelung die Form einer Brille. Sie liegt zentral und lässt sich gut in einen Spaziergang einbauen; im Uferstein versteckt sich ein herzförmiger Stein, den Paare suchen.

Ich bin nur daran vorbeigelaufen, da es zu der Zeit heftig geregnet hat.

Gunkanjima (Hashima)

Die verlassene „Schlachtschiff-Insel“ vor der Küste, eine ehemalige Kohlebergbau-Insel, die 1974 aufgegeben wurde und heute eine Ruinenstadt ist. Seit 2015 UNESCO-Welterbe. Der Besuch ist nur mit geführter Bootstour möglich, und die Anlandung wird bei Wellengang regelmäßig abgesagt (plane also Puffer ein). Rechne mit einem halben Tag für diese Sehenswürdigkeit.

Nagasaki mit einem Insider erkunden

Wenn du Nagasaki nicht alleine, sondern mit einem echten Insider erkunden möchtest, empfehle ich dir, eine geführte Tour zu buchen. Ein englischsprachiger Führer zeigt dir einen Tag lang die fabelhaftesten Orte in Nagasaki und Umgebung.

Essen in Nagasaki: meine Empfehlung

Nagasakis Küche ist so vielfältig und einzigartig wie die Präfektur und einer der vielen Gründe, warum Reisende nach Nagasaki kommen. Hier erfährst du, welche Gerichte besonders empfehlenswert sind und welche du auf deine Liste setzen solltest.

Goto Udon

Nagasaki umfasst 594 kleinere Inseln, die alle Teil der Präfektur sind. Goto Island ist eine davon und wurde über die Jahre hinweg immer beliebter bei Touristen, vor allem wegen der lokalen Spezialität: Goto Udon.

Die Nudeln haben eine besondere Textur, die fest und elastisch zugleich ist, da sie von Hand gestreckt, gedreht, geknetet und geschnitten werden – alles von Hand. Zudem werden die Zutaten alle auf der Insel geerntet.

Aufgrund der Beliebtheit des Gerichts gibt es mittlerweile Restaurants, die es auch außerhalb von Goto Island anbieten. Wenn dich dieses Gericht neugierig gemacht hat, kann ich dir das Restaurant Dashibonzu empfehlen.

Nagasaki Champon

Nagasaki Champon gehört zu den bekanntesten und meistempfohlenen Gerichten von Nagasaki. Die Suppe besteht aus dicken Champon-Nudeln, Schweinefleisch, Meeresfrüchten und Gemüse, die in einer Brühe aus Hühner- und Schweineknochen serviert wird.

Das Interessante an diesem Gericht ist, dass es nie langweilig wird, es zu essen, da je nach Jahreszeit und Restaurant unterschiedliche Zutaten verwendet werden.

Der beste Ort, um Nagasaki Champon zum ersten Mal zu probieren, ist das Shikairou Chinese Restaurant. Das Restaurant gibt es seit 1899, und der ursprüngliche Besitzer erfand das Gericht.

Castella

Für Naschkatzen ist der Castella-Kuchen ein perfekter Nachtisch nach einer deftigen Mahlzeit. Der leichte und lockere Biskuitkuchen spiegelt Nagasakis lange Verbindung zu portugiesischen Kaufleuten wider, die das Rezept im 16. Jahrhundert einführten.

Castella gibt es in Nagasaki fast überall, aber die beliebtesten Geschäfte sind Fukusaya (福砂屋), Shooken (松翁軒) und Bunmeido (文明堂).

Übernachten in Nagasaki

Nagasaki bietet eine Vielzahl von Unterkünften in der ganzen Stadt. Wo also übernachten in Nagasaki? Wichtig ist, dass du nicht zu weit von den Straßenbahnen entfernt wohnst und die meisten Sehenswürdigkeiten gut erreichbar sind.

Die folgenden Stadtteile sind dafür am besten geeignet:

  • Dozamachi (Downtown Nagasaki): Meine Unterkunft, das HafH Nagasaki Sai, befindet sich im Herzen von Downtown Nagasaki. Die Gegend ist besonders bequem, da es das Herz der Stadt ist und du von dort aus überall gut hinkommst.
  • Chinatown: Wenn du in Nagasakis Nachtleben eintauchen möchtest, ist die Gegend rund um Chinatown am besten für dich. Mit einer großen Auswahl an Restaurants und Bars wird dir hier nicht langweilig.
  • Daikokumachi (Nagasaki-Bahnhof): Die Umgebung rund um den Bahnhof ist besonders gut geeignet für diejenigen, die Wert auf zentrale und gut gelegene Unterkünfte legen. Da der Bahnhof ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt ist, hast du hervorragende Anbindungen an Shinkansen, JR-Linien, Straßenbahnen und Bushaltestellen.

 

Hier sind ein paar Hotel-Empfehlungen von mir:

Dozamachi

 

Chinatown

 

Nagasaki Bahnhof

Fazit: Lohnt sich Nagasaki?

Ja, ABER plane mehr als einen Tag ein. Ich hatte nur diesen einen, und der hat nur für die City Hall, den Friedenspark, das Atombombenmuseum und den Sanno-Schrein gereicht. Das war intensiv und stimmig, aber Oura, Glover Garden, Dejima und Gunkanjima habe ich alle liegen lassen.

Was Nagasaki besonders macht, ist diese Mischung: eine Stadt, die durch Portugiesen, Niederländer und Chinesen geprägt wurde, die die schwerste Zerstörung Japans erlebt hat und die heute trotzdem quirlig und offen wirkt. Wenn du nach Kyūshū reist, nimm dir zwei bis drei Tage. Ich komme wieder mit Sicherheit wieder, schon wegen der Nachtaussicht vom Mt. Inasa.


Hilfreiche Links

Anreise

JR Kyushu Railway (offizielle Webseite)

Willer-Express-Highway-Bus

Ken-ei-Bus, Highway-Bus (japanisch)

Highway-Bus (japanisch)

Kyushu-Fähre

Allgemeine Links

Wettervorhersage

Stadt Nagasaki (offizielle Webseite)

Inasa Ropeway (japanisch)

Nagasaki Kunchi-Festival (offizielle Webseite)

Öffentlicher Transit

Nagasaki-Straßenbahn (offizielle Webseite)

AT-Bus, Highway-Bus (japanisch)

Nagasaki Stadtbus-Fahrplan

Nagasaki-Stadtbus-Tagespass

Nagasaki Stadtbus (offizielle Webseite)


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