Japan ist ein faszinierendes Land, das sich hervorragend mit dem Auto erkunden lässt. Abseits der touristischen Pfade, in ländlichen Regionen wie Hokkaido oder in Kyushus Bergen, wirst du Landschaften sehen, die mit dem Zug schlicht nicht immer erreichbar sind. Wer einmal mit dem Mietwagen einen Roadtrip durch Japan gemacht hat, möchte es kaum anders machen.
Doch in einem fremden Land ein Auto mieten zu können, bringt Herausforderungen mit sich: Sprachbarrieren, unbekannte Verkehrsregeln und administrative Hürden. Mein Beitrag “Auto mieten in Japan” deckt alles ab – von den Voraussetzungen über Versicherungen bis zu praktischen Tipps aus eigener Erfahrung.
Lohnt sich ein Mietwagen für Japan überhaupt?
Eine der umstrittensten Arten, um in Japan von A nach B zu kommen, ist ein Mietwagen in Japan. Denn schließlich hat das Land eines der besten öffentlichen Verkehrsnetze der Welt: Shinkansen, Regionalzüge und Highwaybusse verbinden die Städte zuverlässig und pünktlich. Warum für dich aber vielleicht doch ein Mietwagen die optimalste Art der Fortbewegung ist, erfährst du hier.
- Ländliche Regionen & Naturparks: Viele der atemberaubenden Orte Japans sind sehr schwer oder gar nicht mit dem öffentlichen Verkehrsmittel erreichbar. Und auch oft verbunden mit langen Fußwegen.
- Flexibilität: Einer der für mich wichtigsten Faktoren für eine Japanreise. Kein strenger Fahrplan, ich kann meine Abfahrtszeiten selbst bestimmen und kann spontane Stopps einplanen. Außerdem kein lästiges Gepäckschleppen zwischen den Bahnhöfen mehr.
💡 Tipp: Kombiniere Zug und Mietwagen. Reise zwischen den Großstädten (Tokyo → Osaka) mit dem Shinkansen und miete ein Auto nur für die ländlichen Abschnitte deiner Reise.
Voraussetzungen für das Auto-Mieten in Japan
Nicht jeder kann und darf in Japan ein Auto mieten. Zum Glück sind die Voraussetzungen ähnlich wie in Deutschland und vielen anderen Ländern:
- Du musst mindestens 18 Jahre alt sein (manche Anbieter verlangen 21 Jahre für bestimmte Fahrzeugklassen).
- Einen gültigen Führerschein mit offizieller japanischer Übersetzung (Ausnahme Österreich: hier genügt der internationale Führerschein)
- Eine Kreditkarte (Barzahlung wird von fast allen Anbietern nicht akzeptiert)
- Reisepass (und japanische Aufenthaltskarte, wenn du in Japan lebst)
Wurde dein Führerschein in Österreich ausgestellt, musst du ihn nicht übersetzen lassen, sondern kannst stattdessen den internationalen verwenden. Ist das Ausstellungsland hingegen Deutschland oder die Schweiz, musst du deinen Führerschein übersetzen lassen.
Führerschein übersetzen lassen
Wurde dein Führerschein in Deutschland oder der Schweiz ausgestellt, darfst du in Japan nicht mit einem internationalen Führerschein fahren. Das heißt, um einen Mietwagen in Japan mieten zu können, benötigst du eine offizielle Übersetzung durch eine autorisierte Stelle. In Österreich ausgestellte Führerscheine sind eine Ausnahme und können mit dem internationalen genutzt werden.
| Anieter | Preis | Bearbeitungszeitraum | Vorteil |
|---|---|---|---|
| Japan Experience* | 59 € | 12 Tage | Online bestellbar, Kundenservice |
| JAF (Japan) | 6000 Yen– | 1-10 Werktage | Online bestellbar (nur in Japan), günstig |
| JAFahren | 54,90 € (Code mit Selbstausdruck in Japan) | 1-2 Tage | Online bestellbar, schneller und guter Service |
Die Übersetzung ist genau ein Jahr ab Ausstellungsdatum gültig.
💡 Tipp: Bist du bereits in Japan und hast angemessen Zeit vor Ort, ist es besser, den Führerschein direkt beim JAF übersetzen zu lassen – das ist die günstigste Option.
Mietwagen in Japan: Anbieter, Preise und Modelle
Fahrzeugmodelle
Kei Cars – Japans Mini-Mietwagen
In Japan wirst du häufig sogenannte Kei Cars (軽自動車) als Mietoption sehen. Es sind kleine, kastige, schmale Fahrzeuge mit kleinem Motor (max. 660 ccm). Diese kleinen kastigen Fahrzeuge sind auf Japans schmalen und engen Straßen ein wahrer Segen. Die Kei-Cars sind sehr wendig und du wirst merken, wie einfach du mit denen in Städten und auf engen Bergstraßen navigieren kannst.
Da die Autos auch zu der niedrigsten Kategorie (Mini vehicle/Compact) gehören, sind die Preise zum Mieten günstig.
Ein Nachteil hat dieses Fahrzeug allerdings, und zwar der Platz: Viel Gepäck oder Platz für mehr als 4 Personen gibt es nicht.
Standard
Legst du mehr Wert auf Komfort auf längeren Autobahnstrecken, ist die Fahrzeugklasse Standard (wie der Toyota Corolla oder Mazda 3) die beste Wahl. Sie bieten wesentlich mehr Leistung und Stabilität als die kleinen Kei-Cars und sind meistens hervorragend ausgestattet. Der Nachteil ist allerdings, dass du bei manch engen Straßen oder schmalen Bergpässen den Größenunterschied zum Kei-Car deutlich merkst.
Minivan/Wagon
Minivans oder Wagons sind ideal, wenn du mit einer etwas größeren Gruppe unterwegs bist. Besonders die beliebten „Kompakt-Vans“ (wie der Toyota Sienta oder Honda Freed) sind genial: Sie sind kompakt genug für die Stadt, bieten aber durch ihre Bauweise und Schiebetüren erstaunlich viel Platz. Schiebetüren sind in Japan ein riesiger Pluspunkt, da du auch auf engen Parkplätzen problemlos ein- und aussteigen kannst, ohne die Nachbarautos zu beschädigen.
Allerdings wird es wirklich schwierig, einen geeigneten Parkplatz zu finden.
Camper
Für maximale Flexibilität und Unabhängigkeit ist ein Camper die beste Möglichkeit, Japan abseits der klassischen Touristenpfade zu erleben. Vom wendigen Kei-Camper bis zum großen und voll ausgestatteten Wohnmobil ist alles dabei. Es ist die beste Art, ländliche Regionen wie Hokkaido oder die japanischen Alpen zu entdecken.
Mietwagenpreise
Die Kosten für einen Mietwagen können je nach Anbieter, Jahreszeit, Fahrzeugklasse und zusätzlich gebuchten Extras variieren. Als grobe Orientierung gilt jedoch:
| Fahrzeugklasse | Typische Preisspanne (pro Tag) |
|---|---|
| Kei Car (Mini vehicle/Compact) | 6.000–12.000 Yen |
| Standard | 10.000–20.000 Yen |
| Minivan/Wagon | 12.000–26.000 Yen |
| Camper | 8.000–25.000 Yen |
Dazu kommen dann eventuell Kosten für die ETC-Karte (200–300 Yen/Tag), Kindersitz, GPS-Navi und Versicherungs-Upgrades. Vergleiche mehrere Anbieter, um für dich den vorteilhaftesten Deal zu finden.
Versicherung für Mietwagen
Ein wichtiges Thema sind Versicherungen für Mietwagen und ob sie notwendig sind oder nicht. Ich habe sowohl ohne Versicherung als auch mit Versicherung einen Wagen gemietet und muss mittlerweile sagen, dass bei diesem Thema nicht gespart werden soll. Klären wir aber erst mal, welche Versicherungen es gibt.
Diese Versicherungen sind meistens schon im Mietpreis mit dabei.
- Haftpflichtversicherung (対人・対物): Schäden an Dritten sind standardmäßig abgedeckt
- Kaskoversicherung (CDW – Collision Damage Waiver): meist inklusive, jedoch mit Selbstbeteiligung (oft 50.000–100.000 Yen). Bei Abschluss kann die Selbstbeteiligung gegen Aufpreis auf null reduziert werden.
💡 Tipp
- Prüfe, ob deine Kreditkarte eine Mietwagen-Vollkaskoversicherung bietet. Manche Kreditkarten decken Japan mit ab. Damit fallen für dich die Extrakosten weg.
- Nimm den vollen Versicherungsschutz, so dass du keine Selbstkosten tragen musst. Meistens kostet es nur 1.000 bis 2.000 Yen pro Tag mehr und erspart dir viel Ärger.
Mietwagenanbieter
Japan hat zahlreiche Anbieter, um ein Auto stressfrei zu mieten. Die folgenden verfügen über englischsprachige Webseiten und sind für internationale Reisende gut geeignet.
- Times Car Rental: Hat das größte Netzwerk und ist an vielen Standorten zu finden.
- Nippon Rent a Car: Service ist gut und zuverlässig.
- Orix Rent a Car: Das Preis-Leistungs-Verhältnis für die Minivans ist bei Orix gut.
- Nissan Rent-a-car: Mein persönlicher Favorit, Abwicklung und Service sind hervorragend und übersichtlich. Die Preise sind auch gut.
- Niconico Rent a Car: teilweise auf Englisch, aber in ländlicher Gegend kommt es vor, dass sie nicht an Touristen vermieten
Alternativ kannst du auch über internationale Buchungsportale einen Mietwagen reservieren:
- Booking
- Opodo
- Skyscanner
- Tabirai
Aber oftmals sind die Preise teurer als auf der Webseite der Mietwagenanbieter. Vergleiche also am besten immer die Preise.
💡 Tipp: Kannst du ein wenig Japanisch, suche Mietwagenanbieter in dieser Sprache. Es kommt viel mehr Auswahl und oftmals sind die Preise auch etwas günstiger. Allerdings musst du dann natürlich den ganzen Prozess auf Japanisch durchführen.
Verkehrsregeln für das Autofahren in Japan
Auch bei den Verkehrsregeln gibt es Gemeinsamkeiten mit Deutschland, aber du solltest während der Fahrt diese Regeln beachten.
Linksverkehr in Japan
Japan gehört zu den Ländern, in denen Linksverkehr gilt. Dies bedeutet, dass das Lenkrad im Fahrzeug auf der rechten Seite ist und du auf der linken Straßenseite fährst.
Was natürlich für viele ein absoluter Horror und Stressfaktor ist. Allerdings braucht dich das jetzt nicht zu entmutigen. Du wirst dich relativ schnell daran gewöhnen, auf der richtigen Seite zu fahren.
Das Einzige, was am Anfang sehr verwirrend ist, sind die Scheibenwischer und Blinker, die andersherum sind. Eigentlich logisch, aber die Gewohnheit kommt da oft durch. Am Anfang verwechsle ich beides immer, und anstatt zu blinken, schalte ich die Scheibenwischer an.
Auch die Gangschaltung ist überhaupt kein Problem beim Fahren, da so gut wie alle Autos Automatik haben und das Schalten somit entfällt.
Fußgänger haben immer Vorrang.
In Japan gilt: Fußgänger zuerst, sie haben immer Vorrang. Selbst wenn jemand die Straße überqueren möchte und noch etwas weiter weg ist, solltest du wenn möglich warten.
Ich habe einmal in Okinawa diesen Fehler gemacht und nicht gewartet. Der Fußgänger hat sich vollkommen erschrocken und war etwas sauer auf mich.
Alkohol am Steuer
In Deutschland ist es normal, mit ein bisschen Alkohol am Steuer zu fahren. In Japan dagegen ist es absolut verboten und verpönt. Die Promillegrenze liegt bei 0,03 %, was einem alkoholischen Getränk entspricht, also kannst du nicht mal ein Bier trinken. Achte also darauf, keinen Alkohol zu trinken, wenn du ausgehst. Aber auch Essen und Desserts mit Alkohol drin solltest du vermeiden. Rufe dann lieber ein Taxi oder fahre mit dem Zug.
Kein Smartphone während des Fahrens
Genau wie in Deutschland ist es auch in Japan verboten, während des Fahrens ein Smartphone (oder Navigationssystem) zu bedienen oder zu halten. Bei Verstößen drohen hohe Strafen.
Musst du etwas in Google Maps eingeben oder nachschauen, versuche, ohne jemanden zu behindern, an der Seite stehen zu bleiben oder an einem Konbini zu parken. Dort kannst du dann in Ruhe nochmal alles eingeben.
Tempolimit
In Japan gelten unterschiedliche Tempolimits:
- Auf Seitenstraßen darfst du nur 30 km/h fahren.
- Auf Hauptstraßen darfst du nur 40 km/h fahren.
- Auf Landstraßen darfst du nur 50–60 km/h fahren.
- Auf der Autobahn darfst du nur 80–100 km/h fahren.
Wie du siehst, fährt man in Japan wesentlich langsamer als in Deutschland. Aber genau wie in Deutschland halten sich manche sehr akribisch daran und andere fahren wiederum etwas schneller. Da in Japan Linksverkehr ist, wird auch die rechte Spur statt der linken für das Überholen genutzt und frei gehalten.
Verkehrsschilder
Der Großteil der Verkehrsschilder in Japan ist einfach zu verstehen und ähnelt deutschen Schildern.
Diese Schilder sind gleich:
- Temposchilder
- Richtungsschilder (blaue Farbe und zweisprachig – Englisch/Japanisch)
- Einfahrt verboten
- Parkverbot
- Fußgängerzone (nur leicht anders)
- Zebrastreifen (nur leicht anders)
- Einbahnstraße
- Rutschgefahr
Diese Schilder sind anders:
- Stoppschild: In Japan ist das Stoppschild rot, dreieckig und 止まれ steht in der Mitte.
- Überholen verboten: rundes Schild mit zwei blauen Pfeilen, die durchgestrichen sind.
Ampeln
Bei Ampeln hängen die Signallichter waagerecht vor oder nach der Kreuzung. Genau wie in Deutschland gibt es Pfeilampeln, die das Abbiegen erlauben. Achte aber beim Abbiegen auf die Fußgänger! In Kyushu habe ich allerdings auch schon ein paar “normale” Ampeln gesehen.
Mautgebühren auf der Autobahn (ETC)
In Japan sind Autobahnen mautpflichtig. Sobald du auf die Autobahn auffährst, siehst du die Toll Gates, durch die du durchfahren musst. Hier musst du darauf achten, durch welches du genau fährst, denn es gibt ein paar Unterschiede.
- ETC-Spur: Hast du die ETC-Karte (Electronic Toll Collection), kannst du durch das ETC-Tor fahren. Die Karte erleichtert die Zahlung von Mautgebühren und ist in den meisten Mietfahrzeugen verfügbar – muss aber oftmals extra dazugebucht werden!
- Kassenspur 一般**:** Hast du nur Bargeld, musst du durch Tore, auf denen „一般“ steht, durchfahren. Dort kannst du dann bar zahlen, Kartenzahlung ist nicht möglich. Bist du dir nicht sicher, wie viel Bargeld du brauchst, kannst du die Gebühr auch vorher online ausrechnen.
💡Tipp:
- Ist deine Route so geplant, dass du größtenteils auf dem Highway fährst, solltest du die ETC-Karte dazubuchen. Sie kostet nur 200–300 Yen pro Tag und erspart dir Anhalten, Kleingeldsuche und Warten an der Kasse.
- Lange Strecken auf dem Highway in Japan können teuer werden. Dafür gibt es Expressway-Pässe für verschiedene Regionen, die können dir dabei helfen, Kosten zu sparen.
Notfallsituationen
Unfälle oder ein Notfall können auch während des Urlaubs passieren. Üblicherweise bekommst du von dem Mietwagenanbieter Flyer mit Informationen, was zu tun ist bei einem Unfall oder Notfall. Aber hier sind trotzdem ein paar Infos vorab:
Wichtige Notrufnummern
| Situation | Nummer |
|---|---|
| Polizei | 110 |
| Feuerwehr/Krankenwagen | 119 |
| Japan Helpline (mehrsprachig) | 0120-461-997 |
Was tun bei einem Unfall?
Ein Unfall in einem fremden Land kann eine extrem stressige Situation sein. Deswegen hier eine kleine Richtlinie:
- Fahrzeug sichern und Warndreieck aufstellen (sollte im Mietwagen vorhanden sein)
- Polizei anrufen (110), auch bei kleinen Schäden (Blechschaden) ist eine Unfallaufnahme Pflicht. Tust du das nicht, kann es sein, dass die Versicherung nicht zahlt.
- Mietwagenunternehmen informieren (die Nummer steht im Fahrzeugdokument)
- Fotos von allen Schäden und der Unfallstelle machen (aber dich nicht in Gefahr bringen)
- Keine Schuldeingeständnisse machen – weder auf Englisch noch auf Japanisch
- Bei Sprachproblemen: Japan Helpline anrufen. Service ist 24 Stunden verfügbar und Beratung gibt es in mehreren Sprachen.
Parken in Japan
In Japan, vor allem in Städten, herrscht Platzmangel. Deswegen kann es sein, dass das Parken in Japan für dich teuer und schwer sein wird. Vor allem in den Städten steigen die Preise für Parkplätze, und freie Plätze sind manchmal schwer zu finden.
Auch bei Sehenswürdigkeiten, die Parkplätze anbieten, können die Preise von günstig bis teuer vorkommen und es kann manchmal schwierig sein, an Wochenenden oder Feiertagen einen freien Platz zu finden. Behalte das also immer im Hinterkopf.
Am günstigsten und einfachsten ist es auf dem Land, wo es teilweise kostenlose Parkplätze gibt.
- Parken in der Stadt: ab 200 Yen für 15, 30 oder 60 Minuten
- Parken bei Sehenswürdigkeiten: 400 bis 1000 Yen
Übrigens parken die meisten in Japan rückwärts ein.
Tanken in Japan
An sich ist das Tanken fast genauso wie in Deutschland. Es gibt jedoch feine Unterschiede. Das Wichtigste zuerst: In Japan gibt es nur drei Kraftstoffe, die du tanken kannst:
- Super (Haioku/ハイオク)
- Benzin (Regyuraa/レギュラ)
- Diesel (Keiyuu/軽油)
Die Wahrscheinlichkeit, dass du ein Dieselauto bekommst, ist sehr gering, aber du kannst den richtigen Kraftstoff im Inneren des Tankdeckels am Auto nachsehen.
Typische Tankstellenanbieter sind ENEOS, Apollo oder Cosmo. Gebe die Namen in Google Maps ein und es sollte dir eine große Auswahl anzeigen. Ist dem nicht der Fall, kannst du auch auf Japanisch suchen: Gebe dazu einfach ガソリンスタント ein.
Self-Service-Tankstelle
Es gibt zwei Arten von Tankstellen in Japan. Zuerst erkläre ich dir die Self-Service-Tankstelle, da diese fast genauso ist wie in Deutschland. Diese Tankstellen sind zur Selbstbedienung, das heißt, du tankst selbst und bezahlst neben der Zapfsäule den getankten Betrag. Üblicherweise sind die Self-Service-Tankstellen günstiger. Du kannst dort mit Karte bezahlen.
Full-Service-Tankstelle
Bei der Full-Service-Tankstelle wirst du von einem Arbeiter bedient und brauchst keinen Finger zu rühren. Sobald du also auf die Tankstelle zufährst, lotst dich ein Tankwirt zu der Zapfsäule. Dort schaltest du dann den Motor aus, öffnest den Tankdeckel (ich schaue immer im Voraus, wo er sich befindet).
Danach teilst du dem Angestellten mit, was und wie viel du tanken willst. Hier wäre es am vorteilhaftesten, wenn du ein paar Wörter Japanisch kannst, oder du benutzt Google Translate. Danach gibst du ihm das Geld (Kreditkarte) und wartest, bis du deine Karte und den Beleg zurückbekommst.
Mich macht es eher nervös, an solche Tankstellen zu fahren (obwohl mein Japanisch besser wurde). Deswegen versuche ich immer, eine Self-Service-Tankstelle anzusteuern.
Preis Kraftstoff
Die Preise für Kraftstoff können wie in Deutschland variieren. An Autobahnen oder stark befahrenen Straßen sind die Preise oft höher als auf dem Land. Normalerweise beginnen die Preise bei 160 Yen pro Liter für Regular.
Ablauf für die Autovermietung
Abholung
Diese Dokumente brauchst du, um den Mietwagen abzuholen:
- Reisepass
- deutscher Führerschein (Original)
- Offizielle Übersetzung des Führerscheins
- Buchungsemail (ausgedruckt oder auf deinem Smartphone)
- Kreditkarte
Nachdem du die Dokumente dem Personal übergeben hast, bekommst du einige Unterlagen zum Lesen und Unterschreiben. Danach zahlst du das Auto mit deiner Kreditkarte (wenn nicht schon vorher).
Anschließend wird das Fahrzeug gemeinsam auf Schäden geprüft – mache unbedingt eigene Fotos von allen Stellen, auch wenn sie bereits dokumentiert sind. Mir sind schon oft Mängel am Fahrzeug aufgefallen, die der Mitarbeiter übersehen hat.
Dann erfolgt eine Einweisung in das Fahrzeug, und du erhältst den Schlüssel. Hier kannst du auch Fragen stellen, wenn du unsicher bist. Nach dieser Übergabe kannst du losfahren und Japan erkunden.
Rückgabe
Bei der Rückgabe füllst du das Auto bei einer Tankstelle in der Nähe voll (die Anbieter geben dir eine Liste oder Karte von umliegenden Tankstellen mit). Das Auto parkst du auf dem Gelände und gibst die Schlüssel sowie den Tankbeleg am Counter zurück.
Ab hier überprüft das Personal dann nochmal das Auto auf weitere Schäden. Hast du eine ETC-Karte, musst du auch noch nachträglich die Gebühren zahlen. Hast du das Auto sauber und voll zurückgebracht, verläuft die Rückgabe in nur wenigen Minuten.
💡 Weitere Tipps
- In Hokkaido oder Bergregionen sind Winterreifen oder Schneeketten Pflicht. Im Winter sind die Mietwägen meistens schon oft damit ausgestattet, lasse es aber beim Anbieter bestätigen oder buche es zusätzlich dazu!
- Achte auch auf starke Regenfälle (z. B. Taifunsaison) und meide diese Region, wenn möglich. Es kann durchaus dann vorkommen, dass Brücken oder Bergstraßen komplett gesperrt werden und du entweder einen Umweg fahren musst oder es aussitzen musst.
- Während der großen Feiertage (Goldene Woche, Obon oder Neujahr) kann es hohes Verkehrsaufkommen geben. Das heißt viele Staus oder auch knappe Verfügbarkeit von Mietwagen. Oh, und nicht zu vergessen: Die Preise sind teurer. Buche also frühzeitig!
- Navigation: Viele Mietwagen haben schon ein Navigationssystem inkludiert. Die Bedienung ist aber meistens nur auf Japanisch und kann etwas schwer sein. Google Maps hat für mich persönlich immer gut funktioniert. Aber nimm deine Handyhalterung für das Auto mit, da die im Mietwagen nicht mit dabei ist.
Hilfreiche Links
Mietwagenanbieter
- Times Car Rental
- Nippon Rent a Car
- Orix Rent a Car
- Nissan Rent-a-car
- NicoNico Rent a Car
- Booking
- Opodo
- Skyscanner
- Tabirai
Spritpreise
Parken
Führerschein übersetzen
Highway


4 Kommentare
Ich möchte unbedingt Japan erkunden. Ich glaube, ich habe auch schon eine Autovermietung gefunden. Danke für den Tipp, dass ich meinen Führerschein übersetzen lassen muss.
Hallo Paul,
Japan mit dem Auto zu erkunden ist eine großartige Möglichkeit um Japans versteckte Orte zu sehen. Ich hoffe du wirst eine tolle Reise haben.
Danke für den Beitrag. Gut zu wissen, dass viele Verkehrsschilder denen in Deutschland sich ähneln. Wir verreisen nächstes Jahr nach Japan und wollen uns ein Fahrzeug mieten, um mehr von der Landschaft sehen zu können.
Hallo Clara,
Danke für deinen Kommentar. Es gibt zwar ein paar Verkehrsschilder die wir in Deutschland nicht haben, aber ich finde die meisten davon sind selbsterklärend. 😀
Viel Spass bei deiner nächsten Japan Reise und tolle Wahl ein Auto zu mieten.