Kamakura und Enoshima sind durchzogen von alter japanischer Geschichte und Kultur. Zahlreiche Tempel und Schreine schmücken die Stadt. Im 12. Jahrhundert war Kamakura aus politischen Gründen die Hauptstadt Japans und der Geburtsort der ersten Militärregierung. Die Epoche wurde sogar nach der Stadt benannt.
Die Stadt Kamakura und die Insel Enoshima befinden sich südlich von Tokio und sind bequem in nur einer Stunde Zugfahrt erreichbar. Beide Orte strahlen eine idyllische Atmosphäre aus und eignen sich daher perfekt für einen fantastischen Tagesausflug von Tokio aus.
Hier erfährst du, welche Sehenswürdigkeiten sich lohnen, wie du am besten hinkommst, und ganz unten findest du meinen kompletten Tagesablauf, damit du an nur einem Tag wirklich alles Wichtige siehst.
Wissenswertes & Infos über Kamakura & Enoshima in Japan
🏯 Kamakura war im 12. und 13. Jahrhundert die politische Hauptstadt Japans und der Sitz des Kamakura-Shogunats. Daher ist die Stadt selbst heute noch ein bedeutender Schauplatz des Buddhismus und der Samurai-Kultur.
🗿 Das berühmteste Wahrzeichen von Kamakura ist die große Buddha-Statue (Daibutsu). Die Bronzestatue ist rund 11,3 Meter hoch (13,35 Meter samt Sockel) und wiegt 121 Tonnen.
🏖️ Kamakura und Enoshima verfügen auch über einige der schönsten Strände, darunter den Yuigahama-Strand und den Zaimokuza-Strand. Daher ist Kamakura auch ein beliebtes Ziel für Surfer.
🪻 Die beste Jahreszeit, um Kamakura zu besuchen, ist der Monat Juni, wenn die Hortensien blühen. Alle im Beitrag gezeigten Sehenswürdigkeiten wurden zu dieser Zeit besichtigt.
🏝️ Enoshima ist eine kleine Insel, die durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Die Insel ist für ihre malerischen Aussichten, Strände und Schreine bekannt.
💡 Mein Tipp zur Hortensiensaison: Der absolute Höhepunkt ist meist Mitte bis Ende Juni. In dieser Zeit ist vor allem der Hasedera-Tempel extrem beliebt. Dort wird an Spitzentagen ein Nummern-/Wartesystem für den Hortensienpfad eingeführt. Wer die Blüten in Ruhe sehen will, sollte gleich zur Öffnung um 8:00 Uhr da sein.
Anreise: Tagesausflug nach Kamakura von Tokio aus
🚃 Von Tokio aus
Mit der JR Yokosuka-Linie: Die JR-Yokosuka-Linie verbindet die Tokyo-Station direkt mit der Kamakura-Station und ist die beste Option, um dorthin zu gelangen. Die Fahrt dauert nicht länger als eine Stunde und kostet ca. 940–1.040 Yen. Außerdem hält der Zug an den Stationen Shinagawa, Yokohama und Kita-Kamakura.
Mit der JR Shonan-Shinjuku-Linie: Wenn sich die Shinjuku-Station näher an deinem Hotel befindet, kannst du auch von dort aus nach Kamakura fahren. Auch hier fährt die JR Shonan-Shinjuku-Linie direkt nach Kamakura Station. Preis und Dauer sind die gleichen wie bei der JR-Yokosuka-Linie.
Wichtiger Hinweis: Nur Züge, die Richtung Zushi fahren, halten in Kamakura. Ansonsten musst du in Ofuna Station umsteigen.
Mit der Odakyu Railway: Die Odakyu Railway ist die kostengünstigste Möglichkeit, nach Kamakura zu gelangen. Mit dem Enoshima-Kamakura-Free-Pass kannst du Hin- und Rückweg zwischen Shinjuku, Enoshima und Kamakura unternehmen. Der Pass kostet 1640 Yen und kann an der Odakyu-Station in Tokio oder Shinjuku erworben werden.
Wichtiger Hinweis: Die Odakyu Railway ist die preiswerteste Option, aber sie dauert wesentlich länger als die anderen beiden Möglichkeiten.
Öffentlicher Transit in Kamakura & Enoshima
Kamakura hat zwei Eisenbahngesellschaften: JR East und Enoshima Electric Railway (Enoden). JR East verbindet Kamakura mit Yokohama und Tokio, während Enoden eine tramähnliche Bahnstrecke von Kamakura Station entlang der Pazifikküste nach Enoshima und Fujisawa betreibt.
Die zentralen Sehenswürdigkeiten in diesem Beitrag von Kamakura konzentrieren sich auf drei Bereiche:
- Kamakura Station (Hachimangu-Schrein & Komachi-dori)
- Hase-Station (große Buddha-Statue und Hasedera-Tempel)
- Enoshima Station (Insel Enoshima)
Aufgrund der geringen Größe lässt sich Kamakura aber auch vollständig zu Fuß oder mit Fahrrädern erkunden.
Sehenswürdigkeiten für einen Tagesausflug nach Kamakura & Enoshima
Sehenswürdigkeiten in Kamakura
Kamakura-Daibutsu-Buddha
Die Hauptattraktion von Kamakura ist zweifellos die Große-Buddha-Statue: Daibutsu. Die Statue ist das Wahrzeichen von Kamakura und ein Nationalschatz von Japan.
Eigentlich gehört die Statue zum Kōtoku-in-Tempel. Da dieser Tempel jedoch mehrmals zerstört wurde, steht der Daibutsu-Buddha nun unter freiem Himmel.
Die Bronzestatue ist rund 11,3 Meter hoch und wiegt 121 Tonnen. Du hast auch die Möglichkeit, einen Blick für 50 Yen in die Statue zu werfen.
Besucherinfos
Apr bis Sep 8:00–17:00 Uhr
Okt bis März 8:00–17:30 Uhr
Öffnungszeiten
keine
Geschlossene Tage
¥ 300 + 50 Yen für das Innere der Statue
Eintritt
Hase-dera-Tempel
Besonders bekannt in Kamakura sind die herrlichen Tempel. Einer der schönsten davon ist der Hase-dera-Tempel. Der am Berghang errichtete Hase-dera-Tempel ist sehr weitläufig und hat viele wunderschöne Ecken.
Dazu gehört etwa die obere Ebene, auf der es im Juni einen Pfad gibt, der mit Hortensien übersät ist. Es gibt auch eine Aussichtsplattform, von der aus du die Stadt und die Bucht überblicken kannst. Die Kannon-do-Halle hat ebenfalls ihren Charme und sollte nicht übersehen werden.
Auf der unteren Ebene gibt es auch die Shion-Halle, in der Besucher Sutras kopieren können. Vor der Halle befindet sich ein japanischer Steingarten.
Besucherinfos
Juli bis März 8:00–17:00 Uhr
April bis Juni 8:00–17:30 Uhr
Öffnungszeiten
keine
Geschlossene Tage
¥ 400 Yen
Eintritt
Tsurugaoka-Hachiman-gū-Schrein
Ein weiteres bedeutsames Wahrzeichen in Kamakura ist der Tsurugaoka-Hachiman-gu-Schrein. Seit 800 Jahren steht der Schrein in Kamakura und ist ein fester Bestandteil der Geschichte der damaligen Samurai und der Stadt Kamakura. Die Hauptstraße zum Schrein führt durch eine Reihe von roten Torii.
Besonders schön sind die zwei Teiche, von denen einer den Minamoto-Clan repräsentiert, die Gründer des Kamakura-Shogunats, und der andere den rivalisierenden Taira-Clan. Für die Einwohner ist der Schrein auch die Seele der Stadt.
Besucherinfos
April bis Sep 5:00–21:00 Uhr
Okt bis März 6:00–21:00 Uhr
Öffnungszeiten
keine
Geschlossene Tage
¥ kostenlos / Schreinmuseum 200 Yen
Eintritt
Komachi-dori
In der Nähe des Hachimangu-Schreins verläuft die Komachi-dori-Straße. Hier findest du zahlreiche Restaurants, die leckeres Essen servieren, sowie Boutiquen, in denen du Souvenirs kaufen kannst. Da die Straße parallel zur Hauptstraße des Hachimangu-Schreines verläuft, kannst du von dort aus zur Station zurückkehren.
Die Straße hat unglaublich viele Restaurants, Cafés und Bäckereien. Besonders empfehlen kann ich dir den Laden für japanische Süßigkeiten „Sakura no Yumemiya“, wo es leckere Dango-Spieße gibt. Bist du genau wie ich ein Matcha-Liebhaber, kannst du im „Kamakura Chacha“ verschiedene Matcha-Eissorten probieren. Auf meiner Karte (unten) habe ich noch mehr markiert.
Sehenswürdigkeiten in Enoshima
Enoshima-Schrein
Was du auf keinen Fall auf Enoshima verpassen solltest, ist der örtliche Schrein. Er besteht aus drei Schreingebäuden, die auf der Halbinsel verteilt sind: Hetsumiya, Nakatsumiya und Okutsumiya. Diese drei Schreine sind den drei Göttinnen gewidmet, die die Göttin Benzaiten darstellen.
Benzaiten gehört zu den sieben Glücksgöttern und steht für Glück, Reichtum und das Können in den darstellenden Künsten. Besonders interessant am Enoshima-Schrein ist der Mythos über seine Entstehung. Dieser Mythos hat nicht nur mit der Göttin, sondern auch mit einem fünfköpfigen Drachen zu tun, der sich in sie verliebt hat.
Um die Schreine zu erreichen, musst du zunächst durch das massive Tor, das am Anfang der Insel ist, gehen und die vielen Steinstufen erklimmen. Oben angekommen wirst du zuerst den Hetsumiya-Schrein sehen. Wenn du dann nach links gehst, erreichst du den Nakatsumiya-Schrein. Schließlich, wenn du der Hauptstraße folgst, erreichst du nach etwa zehn Minuten den Okutsumiya-Schrein.
Besucherinfos
Mo-So 8:30–16:30 Uhr
Öffnungszeiten
keine
Geschlossene Tage
¥ kostenlos / Benzaiten-Statue 200 Yen
Eintritt
Enoshima-Iwaya-Höhle
Die Iwaya-Höhle ist am Ende der Insel zu finden. Diese Meereshöhle entstand auf natürliche Weise durch die Erosion der Wellen. Seit der Antike war die Iwaya-Höhle ein religiöser Ort für Mönche, die dort trainierten.
Heutzutage können Touristen die Höhle erkunden und sich von ihrer düsteren und geheimnisvollen Umgebung faszinieren lassen. Die Iwaya-Höhlen bestehen aus zwei Gängen: Der erste Gang ist 152 Meter tief und der zweite hat eine Tiefe von 56 Metern. Das Innere ist gut beleuchtet, und es ist unmöglich, sich darin zu verlaufen. Besonders auffällig sind die hübschen bemalten Papierlaternen in der Höhle.
Besucherinfos
09:00 bis 17:00 Uhr (Winter kürzer, tide- & wetterabhängig)
Öffnungszeiten
bei Sturmwarnung & hohem Wellengang
Geschlossene Tage
¥ 500 Yen
Eintritt
Chigogafuchi Abyss
Das Riff rund um die Höhle ist als Chigogafuchi Abyss bekannt. Es ist vor allem bei den Einheimischen ein beliebter Angelplatz. Für Touristen hingegen ist es ein großartiger Aussichtspunkt, um bei herrlichem Wetter den Berg Fuji zu sehen.
Such dir einen bequemen Platz und genieße den Anblick der Fischer und Vögel, die nach Fischen suchen, während das Meer an den Steinen bricht. Chigogafuchi Abyss ist der ideale Ort, um den Sonnenuntergang zu betrachten.
Enoshima Sea Candle
Auf dem Gipfel von Enoshima gibt es einen wunderschönen Garten und einen modernen Leuchtturm namens „Sea Candle“. Dieser Leuchtturm verfügt über ein cooles und modernes Design und eine Aussichtsplattform.
Du kannst die Plattform entweder über den Aufzug oder die Treppe erreichen. Von dort oben hast du einen großartigen Rundumblick auf Enoshima. Wenn du noch Zeit hast, kannst du auch den Samuel-Cocking-Garten besuchen. Im Frühling und Sommer blühen dort zahlreiche hübsche Blumen.
Besucherinfos
9:00 bis 20:00 Uhr
Öffnungszeiten
keine
Geschlossene Tage
¥ 800 Yen
Eintritt
Mein Tagesablauf für einen Tagesausflug nach Kamakura & Enoshima
Kamakura und Enoshima an einem Tag ist gut machbar, aber du solltest früh starten. Hier meine empfohlene Route:
- 09:00 Uhr – Großer Buddha (Daibutsu): Direkt zur Öffnung da sein, bevor die Reisegruppen kommen. Ab Kamakura Station mit der Enoden bis Hase (7 Min.), dann 7 Min. zu Fuß.
- 10:00 Uhr– Hasedera-Tempel: Nur 5 Gehminuten vom Daibutsu. In der Hortensienzeit (Juni) hier genug Zeit einplanen.
- 11:30 Uhr – zurück Richtung Kamakura Station: Tsurugaoka-Hachiman-gū-Schrein ansehen.
- 12:30 Uhr – Mittag & Bummel auf der Komachi-dori: Dango-Spieße bei „Sakura no Yumemiya“, Matcha-Eis bei „Kamakura Chacha“.
- 14:00 Uhr – mit der Enoden nach Enoshima: Die Fahrt entlang der Küste ist selbst schon ein Erlebnis.
- 14:45 Uhr – Insel Enoshima: Enoshima-Schrein, Sea Candle, Iwaya-Höhle.
- ca. 17:30 Uhr – Sonnenuntergang am Chigogafuchi Abyss: Der ideale Abschluss, bei klarem Wetter mit Blick auf den Fuji.
💡 Mein Tipp: Nimm ausreichend Bargeld mit, viele Tempel und kleine Läden nehmen keine Karte. Und trag bequeme Schuhe: Enoshima ist hügelig und voller Treppen.
Übernachten in Kamakura
Kamakura hat noch weitaus mehr wunderbare und faszinierende Sehenswürdigkeiten. Willst du also länger bleiben, habe ich hier ein paar Hotels für dich herausgesucht.
Für den kleinen Geldbeutel
Für den mittleren Geldbeutel
SHONAN garden – Vacation STAY 15108v
Für den extravaganten Geldbeutel
🛏️ Du planst länger als einen Tag? Dann schau in meine ausführliche 3-tägige Kamakura-Reiseroute für den Sommer – mit Geheimtipps, Foodspots und der verlassenen Insel Sarushima.
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